Fluglärm: Kritik am Mess-Standort

Der Sermer Klaus Everling klagt über Fluglärm vom Flughafen Düsseldorf und zweifelt am Standort für die Lärmmessung.
Der Sermer Klaus Everling klagt über Fluglärm vom Flughafen Düsseldorf und zweifelt am Standort für die Lärmmessung.
Foto: Fabian Strauch

Serm.  Der Blick vom Balkon von Kurt Everling ist malerisch. Über die Felder blickt er nicht nur bis nach Wittlaer. Er sieht vielmehr sowohl die Flugzeuge, die den Flughafen Lohausen über Ratingen-Tiefenbroich anfliegen, als auch jene, die von Lohausen aus in die Luft gehen. Nur für ein paar Minuten jeweils wird diese stille Idylle gestört, wenn eines der Flugzeuge zwischen Mündelheim und Serm aufsteigt. Das ist meist nicht weit von Everlings Wohnung An der Bastei entfernt.

Wie hoch die Maschinen über Serm sind, ist schlecht abzuschätzen. Der Flughafen sagt, im Durchschnitt 1800 Meter. Aber manche Maschinen fliegen weit tiefer, nur wenige hundert Meter hoch, und sie machen Everling besonders zu schaffen.

Aber der 85-Jährige räumt ein, es gebe es einen gewissen Gewöhnungseffekt. Schließlich wohnt er seit 1980 hier. Was den früheren Personalchef des Mannesmann-Großrohrwerks in Hüttenheim so wundert, ist, dass die laufende Fluglärmmessung etwa einen Kilometer östlich von seiner Wohnung entfernt durchgeführt wird, im Neubaugebiet Zum Bockekamp. Der Besuch bei Everling bestätigt: Keine Maschine überquert Serm östlich von Everlings Wohnung, wo das Neubaugebiet liegt. Sie fliegen alle westlich vorbei, wo nicht gemessen wird.

„Geht es denen, die sich dort beschwert haben, wirklich um den Lärm oder nur um den möglichen Wertverlust ihrer Grundstücke?“, fragt der alte Herr. Der finanzielle Aspekt ist ihm gleichgültig. Denn er ist Mieter.

Vergleichbarkeit mit älterer Messung von 2006

Oder handele es sich gar nur um eine Alibi-Messung? Schließlich habe sich Duisburg ja, so Everling, den jüngsten Protesten von sieben anderen Flughafen-Anrainern ge­gen eine Zunahme der Starts und Landungen nicht angeschlossen.

„Es ist nicht unbedingt so, dass es direkt unter dem Flugzeug am lautesten ist“, erwidert darauf Christian Hinkel, der Sprecher des Flughafens Düsseldorf. Auf Nachfrage erklärt er, der Standort der Messung, die noch bis Ende September dauern wird, sei gemeinsam mit der Stadt festgelegt worden. Als wichtigsten Grund für die Auswahl des Neubaugebiets führt er an, dort seien 2005 schon einmal Messungen durchgeführt worden. Deshalb könnten die Ergebnisse gut miteinander verglichen werden. Im übrigen müsse ein für eine Messung geeigneter Standort bestimmte Ei­genschaften haben, Stromversorgung etwa oder möglichst wenige Störgeräusche. Denn erfasst würden ja alle am Boden auftretenden Immissionen.

 
 

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