Es ist nie zu früh

Miriam Gerlach wird am Sonntag in einem Festgottesdienst in ihr Amt aus Presbyterin eingeführt.
Miriam Gerlach wird am Sonntag in einem Festgottesdienst in ihr Amt aus Presbyterin eingeführt.
Mriam Gerlach will sich für die Belange junger Leute in der Gemeinde einsetzen.

Wedau. Sie ist die jüngste Presbyterin Duisburgs, vielleicht sogar des gesamten Rheinlands, das wird zur Zeit noch geprüft. Miriam Gerlach wurde von der Trinitatis-Gemeinde für den Bezirk Wedau-Bissingheim gewählt. An diesem Wochenende wird sie in einem Festgottesdienst in der Kirche Am See ins Amt geführt.

„Fragt man 50-Jährige, ob sie nicht im Presbyterium mitarbeiten wollen, antworten die meisten, sie seien noch zu jung dafür“, erzählt Pfarrer Dirk Sawatzki, der innerhalb der Gemeinde für den Bezirk Wedau und Bissingheim zuständig ist. Miriam Gerlach, 18 Jahre alt, sagte spontan zu, als man sie auf eine Kandidatur fürs Presbyterium ansprach. Ihr Argument: „Ich finde es wichtig, dass auch die Ansichten und die Belange junger Leute in so einem Gremium vertreten sind“.

Die Schülerin, die 2013 ihr Abitur machen wird, arbeitet bereits seit einem Jahr im Jugendausschuss der Gemeinde mit. „Viele junge Leute meinen, dass Kirche langweilig ist. Das muss überhaupt nicht so sein“, sagt Miriam.

Sie will sich dafür einsetzen, dass der Kontakt der Jugendlichen zur Kirche nach der Konfirmation nicht abrupt abbricht. Dazu will sie mithelfen, attraktive Veranstaltungen wie die Jam-Night, Jugendfreizeiten, Filmnächte und auch Jugendgottesdienste zu organisieren.

Miriam Gerlach selbst hat den Kontakt zur Kirche stets gehalten - vom Kinderchor, über Jugendgruppen bis zum Gospelchor. Um zu wissen, was im Presbyterium auf sie zukommt, hat die Wedauerin sich bereits eine Sitzung angeschaut. „Ich sehe das auch als Chance für mich“.

Als Presbyterin muss sie ihre Meinung vertreten, muss teamfähig sein und sich auch durch eine Menge Schriftkram hindurcharbeiten. Dirk Sawatzki traut der 18-Jährigen dies durchaus zu: „Ein Presbyter hat mit Arbeitsverträgen zu tun, er muss eine Diskussionskultur entwickeln. Daran kann man wachsen“.

Der Pfarrer hält es für ideal, dass ein Presbyterium die Vielfalt der Gemeinde widerspiegelt. „Wir brauchen gestandene Menschen, die mitten im Leben stehen, Rentner und eben auch junge Leute“.

Auf Miriam Gerlach kommen künftig ein bis zwei Sitzungen im Monat sowie die Mitarbeit in einem oder mehreren Ausschüssen zu.

„Das ist neben der Schule gut zu schaffen“, sagt die Schülerin der Klasse zwölf. Es bleibt auch noch Zeit für ihre Hobbys, vor allem den Gesang und das Fitnessstudio. Nach dem Abitur will sie übrigens nicht Theologie, sondern wahrscheinlich Chemie studieren.

 
 

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