Erstes Weihnachtfest ihres Lebens

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Wanheim..  Für viele syrische Kinder war es das erste Weihnachtsgeschenk ihres Lebens. Die meisten von ihnen sind Moslems, feiern also keine christliche Feste. Doch bei der Bescherung im Jugendzentrum Angertaler Straße sollen die kleinen Syrer nicht leer ausgehen. 40 Flüchtlingsfamilien wohnen seit drei Wochen in insgesamt 40 Wohnungen in den Hochhäusern dort.

Etwas verlegen steht der kleine Junge aus der Nähe von Aleppo vor Lejla Acar, der Leiterin des Jugendzentrums, und nimmt schüchtern ein Paket in Empfang. Die Geschenke wurden von Mitarbeitern der Firma Shimadzu gepackt. Am Weihnachtsbaum in der Kantine im Gewerbegebiet an der Albert-Hahn-Straße hingen die Wunschzettel, die die Kinder von der Angertaler Straße geschrieben hatten. Die Angestellten nahmen die Zettel vom Baum und besorgten die Spielsachen, insgesamt 54. Ein pinkfarbener Schminkkoffer war bei den Mädchen heiß begehrt, bei den Jungen Playmobil-Figuren. Die Geschenke sollten maximal 20 Euro kosten. Doch man konnte sich auch zusammentun. So wünschten sich vier Kinder gemeinsam ein Kickboard.

Für die syrischen Kinder, die noch nicht in Duisburg lebten, als die Wunschzettel geschrieben wurden, besorgten die Mitarbeiter des Jugendzentrums Puppen und Kuscheltiere. Einen kleinen Bären drückt jetzt auch der schüchterne syrische Junge an sich, er wollte - wie die meisten Kinder hier - nicht bis Weihnachten mit dem Auspacken des Päckchens warten. Für ihn ist das Stofftier das einzige Spielzeug in Deutschland, dass ihm gehört.

30 Kinder aus Flüchtlingsfamilien kommen neuerdings ins Jugendzentrum. Ein türkischer Vater hat in den Wohnungen geklingelt und die Kinder dazu ermuntert, ihre Familien mal für zwei, drei Stunden zu verlassen. Viele, gerade die Kleineren, trauten sich anfangs nicht aus dem Haus.

Einige, die über die Türkei eingereist sind, sprechen ein paar Brocken Türkisch, andere einige Wörter Englisch. Mit Memory-Karten versuchen die Erzieherinnen die ersten deutschen Wörter beizubringen. „Wir verstehen uns irgendwie, es geht“, so Erzieherin Nicole Naundorf. Im Januar soll die Sprachförderung für die Flüchtlingskinder intensiviert werden.

Durch die Flüchtlinge hat sich die Zahl der Besucher im Jugendzentrum verdoppelt. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass sich die Stammbesucher nicht zurückgesetzt fühlen“, so Naundorf. Doch die Flüchtlinge seien im Viertel, in dem viele Migranten-Familien wohnen, freundlich aufgenommen worden. Man habe im Rahmen der Nachbarschaftshilfe Möbel gesammelt und Treffen organisiert.

 
 

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