Erneute Proteste gegen DPD als Arbeitgeber

Hüttenheim..  Das DPD-Depot kommt nicht zur Ruhe. Nach diversen gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen der Depot-Leitung und der Belegschaft meldete sich am Wochenende erneut die Betriebsgruppe „Paketdrohnen“ zu Wort und nutzte das Sommerfest der DPD für eine Protestaktion.

Der Name der Gruppe ist dabei nicht willkürlich gewählt: „Wir wollen ausdrücken, dass wir für DPD nur eine Aufgabe haben: arbeiten“, formuliert es ein Mitglied der Betriebsgruppe. „Wir sind nur Arbeitstiere, Drohnen eben.“ Die Gruppe kritisiert die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung und den Umgang mit Mitarbeitern.

Sie gründete sich als Reaktion auf die Auseinandersetzungen mit dem Unternehmen, mittlerweile finden sich zahlreiche Unterstützer, auch außerhalb der Belegschaft. Bei der Aktion am Samstag wollen sämtliche Protestler anonym bleiben; sie fürchten Repressalien. Ihre Plakate, Fahnen und Flugblätter sollen für sie sprechen: „Wir wollen heute allen DPD-Mitarbeitern signalisieren, dass wir ihr Ansprechpartner sind“, heißt es. Das Flugblatt, sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch gedruckt, verspricht Hilfe und Rat bei Konflikten mit dem Arbeitgeber DPD. „Wir wollen nicht immer nur alles schlechtreden, sondern Perspektiven aufzeigen.“

Seit etwa anderthalb Jahren versucht die Betriebsgruppe, systematisch Probleme im Betrieb zu lösen, bislang aber mit wenig Erfolg. Vom Betriebsrat und der Gewerkschaft fühlt sich die Gruppe nicht unterstützt: „Ver.di vor Ort ist gescheitert.“ Dabei gelte: „Wir bräuchten mehr denn je die Gewerkschaften“, sagen die „Paketdrohnen“. Ihre frustrierte Einschätzung lautet: Die Gewerkschaft sei wohl nicht mehr an der Unterstützung der kleinen Leute interessiert.

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