Duisburger Bezirkspolitiker gegen Vorstufe des Frackings

Probebohrungen wie hier im Münsterland gehen bis zu 3000 Meter tief. 
Probebohrungen wie hier im Münsterland gehen bis zu 3000 Meter tief. 
Foto: www.blossey.eu
Im Duisburger Süden wird im Vorfeld nach Kohlenwasserstoffen gesucht. Das Land NRW hat das umstrittene Verfahren noch nicht verboten.

Duisburg-Süd. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Süd hat sich, mit Unterstützung der anderen Fraktionen, gegen eine Vorstufe des Frackings ausgesprochen. Auf Duisburger Stadtgebiet kommt nur der Süden als „Aufsuchungsfeld“ in Frage.

Die „Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen“, eine Vorbereitung auf das umstrittene Fracking, wird derzeit von der Firma Wintershall auch auf Duisburger Stadtgebiet, durchgeführt. Die Wintershall Holding hat im Regierungsbezirk Arnsberg, der die Bergbaurechte im Land verwaltet, eine Verlängerung der Suchmaßnahmen um drei Jahre beantragt. Die Politiker sind jedoch lediglich zu einer „vorläufigen Verlängerung um sechs Monate“ bereit. „Wir wollen eigentlich, dass Fracking ganz verboten wird, so wie bereits im Bundestag geschehen“, erklärte CDU-Ratsherr Peter Ibe. Das Land NRW hat allerdings noch kein Verbot ausgesprochen. „Wir hoffen darauf, dass das bald geschieht“, so Ibe. Der Bundestag hat zwar ein Gesetz beschlossen, dass das sogenannte „unkonventionelle Fracking“, wie es in den USA betrieben wird, verbietet. Eine bestimmte Anzahl von Probebohrungen können die Landtage aber noch eigenständig erlauben oder verbieten.

Quecksilber im Grundwasser

„Duisburg wird nur von einem Feld zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen berührt“, erklärt Andreas Nörthen von der Abteilung „Bergbau und Energie in NRW“ bei der Bezirksregierung Arnsberg. Dieses sogenannte „Feld“ gehört zu der Wintershall Holding GmbH und schließt große Teile des Duisburger Südens und einige Teile des Duisburger Westens ein. Zwischen Rumeln-Kaldenhausen im Westen und Bissingheim im Osten verläuft eine imaginäre Grenze, alles unterhalb dieser Grenze gehört zum Feld „Ruhr“. Innerhalb dieses Gebiets darf Wintershall nach Kohlenwasserstoffen suchen, also nach Gründen für ein mögliches Fracking.

Der Begriff „Fracking“ steht für „Hydraulic Fracturing“, also „hydraulische Risserzeugung“. So sollen beispielsweise Gase leichter gefördert werden können. Die Gefahren der kontroversen Fördermethode sind jedoch immens. So befürchtet auch die Duisburger CDU „massive Einbrüche an Straßen“, sogar künstlich erzeugte Erdbeben können eine Folge der Risserzeugung sein, außerdem könnte, zum Beispiel, Quecksilber ins Grundwasser geraten.

Die CDU-Fraktion im Süden weist darauf hin, dass nach Expertenmeinung ähnliche Konsequenzen wie beim klassischen Kohlebergbau zu erwarten seien. „Um bis zu 20 Meter“ seien Ortschaften und Städte im Ruhrgebiet abgesackt, ein Schicksal, dass auch Fracking herbeiführen könne.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die rot-grüne Koalition sind laut Landesentwicklungsplan (LEP) um die „erhebliche Beeinträchtigung des Menschen und seiner Umwelt“ besorgt. Kraft selber sagte noch im April, dass es „mit einer Regierung aus SPD und Grünen in NRW kein Fracking für unkonventionelle Lagerstätten geben“ wird. Auch Michael Kleine-Möllhoff, Grünen-Politiker in der Bezirksvertretung Süd, hofft auf ein schnelles Verbot des Frackings, bedauert aber die aktuelle Rechtslage. „Natürlich wollen wir Fracking und auch seine Vorstufen verhindern. Aber solange kein richtiges Verbot beschlossen ist, können wir rechtlich nur wenig machen“.

 
 

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