Duisburg-Huckingen trägt den Namen eines Promis

Diese Kreuzung galt bisher als die Ecke (huck), der Huckingen seinen Namen verdankt.
Diese Kreuzung galt bisher als die Ecke (huck), der Huckingen seinen Namen verdankt.
Foto: Funke Foto Services
Nicht von huck für Ecke leitet sich der Ortsname ab, sagt ein Heimatforscher. Namenspate war vielmehr ein Hugo – der mächtigste Mann seiner Zeit.

Huckingen..  Von wegen Namen sind Schall und Rauch. Was den Namen Hugo betrifft, dürften die meisten Huckinger Goethe widersprechen. Denn ohne ihren Hugo würde ihr Stadtteil heute anders heißen. Der Name Huckingen geht wohl zurück auf einen Promi seiner Zeit: den austrasischen Hausmeier Hugo, der im 7. Jahrhundert lebte – Huckingen also als Siedlung jener Menschen, die zu Hugo gehören. Diese Vermutung präsentiert Heimatforscher Dietmar Ahlemann im neuen Huckinger Heimatbuch.

Der Hausmeier hatte seinerzeit ein angesehenes Amt inne und beeinflusste maßgeblich die Politik. „Das waren unter den fränkischen Königen die Schattenherrscher“, sagt Ahlemann. Hausmeier Hugo taucht um 617/18 in den Geschichtsbüchern auf – allerdings aus heutiger Sicht in unrühmlichem Zusammenhang: Er nimmt 1000 Goldstücke Bestechungsgeld von den Langobarden an. Huckingen dürfte der Hausmeier durch sein königliches Amt gekannt haben: Es liegt genau zwischen den damaligen Königshöfen Duisburg und Rinthusen (das heutige Kaiserswerth).

Dass sein Name prägend für die Siedlung wurde, könnte an der Erbfolge liegen, die Ahlemann vermutet: Nach dem Tod des ersten Hugo ging die Siedlung an Seneschall/ Pfalzgraf Hugobert über – so dass die Leute der Siedlung, die zu Hugo gehörte, auch nach dem Tod des ersten Hugo noch zu einem solchen gehörten; der Name behielt also „insgesamt mehr als ein Dreivierteljahrhundert lang“ seinen Sinn. Ahlemann vermutet, dass sich erst durch die Jahrzehnte der Hugos der Ortsname fest ausbilden konnte. Huckingen als Ortsnamen gäbe es somit etwa seit dem Jahr 620.

Eine stichhaltige Vermutung – aber zu beweisen ist sie nicht

Bisher wurde der Name Huckingen auf das Wörtchen huck für Ecke zurückgeführt: Die Ecke nämlich der „beiden zentralen Straßen des Dorfes, die Unter- und die Oberstraße“, wie Ahlemann ausführt. Heute sind sie im Straßenplan verzeichnet als Raiffeisenstraße und Düsseldorfer Landstraße. Der Heimatforscher widerlegt in seinem Beitrag diese These. Er argumentiert: Das „u“ in Huckingen wurde „ursprünglich lang ausgesprochen“, die Schreibweise in Urkunden aus dem 13. und 14. Jahrhundert belegt das. Außerdem wurde huck in den frühen Namensformen der Siedlung ohne „c“ geschrieben. Ahlemann vollzieht die Namensentwicklung Huckingens wie folgt nach: Aus Hugininga haim zwischen 500 und 700 wurde zunächst Hugingaheim. Dann verkam das „g“ zum „k“ und das „heim“ zu „hem“: Aus Hugingaheim wurde Hukinghem. Später durchlief der Name die Form Hukinghen und, spätestens gegen Ende des 12. Jahrhunderts, Hukingen. Seit dem 14. Jahrhundert ist die heutige Schreibweise gebräuchlich.

Ahlemann will das Ergebnis seiner Forschungen nicht als definitiv verstanden wissen: „Der für Huckingen namengebende Hugo/Hugin ist nicht sicher zu identifizieren“, gibt er zu. „Beweisen lässt sich diese Vermutung nicht.“

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