DPD: Oppositioneller Betriebsrat kämpft um seinen Job

Die Zufahrt zum DPD-Depot in Hüttenheim
Die Zufahrt zum DPD-Depot in Hüttenheim
Foto: WAZ Jürgen Metzendorf
Erst vor zwei Wochen verhandelte das Arbeitsgericht Duisburg über einen zur Mehrheit des Betriebsrates von DPD in Hüttenheim in Oppositon stehenden Betriebsrat. Er war in Zusammenhang mit der Anfechtung der Betriebsratswahl beurlaubt wurde. Jetzt kämpfte der zweite Vertreter der Opposition dort gegen seine fristlose Kündigung.

Hüttenheim..  Zwei oppositionelle Mitglieder (von insgesamt elf) hat der Betriebsrat vom DPD-Paket-Depot Am Röhrenwerk. Zwei Wochen nach dem ersten musste jetzt der zweite vor dem Arbeitsgericht in Neudorf um seinen Job kämpfen.

Der 55-Jährige wurde fristlos gekündigt, weil er sich als Verwalter des DPD-Com­puter-Netzwerks unerlaubt Zugang zu Da­teien verschafft hat. Allerdings handelte es sich um Dateien, die allen Betriebsräten zugänglich sein müssen. Sie waren es aber nur vier Vertretern der Betriebsrats-Mehrheit. Die Wahl vom Juni 2013 wird von der Opposition vor Gericht angefochten.

Vorgesetzten-Funktion angeblich missbraucht

Vor 14 Tagen war es um einen vom Arbeitgeber beurlaubten Teamleiter (37) gegangen. Er soll seine Vorgesetzten-Funktion in Zusammenhang mit der Wahl-Anfechtung missbraucht haben (wir berichteten).

Während im Fall des Teamleiters die Hauptverhandlung noch aussteht, beriet das Gericht jetzt den des Netzwerk-Verwalters ausführlich. Es schlug am Ende einen Vergleich vor.

Gericht schlägt Vergleich vor

Das Gericht hält eine Abmahnung für angemessen. Es sei weder in Ordnung, dass der 55-Jährige die nur ihm gegebene Möglichkeit genutzt habe, die Dateien einzusehen, so die Richterin. Er hätte darüber einen Beschluss des Gremiums herbeiführen oder notfalls klagen müssen. Andererseits sei auch nicht okay, dass die einseitige Bevorzugung von vier Betriebsräten in Kenntnis der DPD-Betriebsleitung geschehen sei.

DPD hat jetzt eine Woche Bedenkzeit. Schlägt das Unternehmen den Vergleich aus, fällt das Gericht sein Urteil.

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