DPD Duisburg hat Ausgliederung rückgängig gemacht

Protestaktion gegen die Ausgliederung im Dezember 2008.
Protestaktion gegen die Ausgliederung im Dezember 2008.
Foto: WAZ Jürgen Metzendorf
Outsourcen ist bei Unternehmen beliebt - Kosten sparen, Tarifbindung umgehen sind einige der Gründe. Auch die Duisburger Niederflassung des Logistikanbieters DPD hat man in der Vergangenheit Mitarbeiter ausgegliedert. Das Ungewöhnlich: Die Ausgliederung ist inzwischen wieder Geschichte.

Hüttenheim.. Die Ausgliederung des Paket-Umschlags bei DPD (früher: Deutscher Paket-Dienst, heute Dynamic Parcel Distribution), die 2008/09 heiß umstritten war, hat DPD schon vor einem Jahr klammheimlich wieder rückgängig gemacht. Das wurde am Rande der Auseinandersetzung um die Anfechtung der Betriebsratswahl bekannt. „Die Effektivität war viel geringer als erhofft“, sagt DPD-Sprecher Peter Rey.

Es war eine beispiellose Protestaktion der Betroffenen und der Gewerkschaft Verdi. Wochenlang hatten sie eine Mahnwache vor dem DPD-Depot im Gewerbegebiet Am Röhrenwerk organisiert. Immer wieder fanden Protestaktionen ge­gen die Pläne des Logistik-Unternehmens statt. Schließlich sollten 95 Mitarbeiter zum Dienstleister Ergo, einer Zeitarbeitsfirma, wechseln. Der Paketumschlag sollte vollständig ausgegliedert werden.

Neuer Chef dachte um

Etwa die Hälfte der Betroffenen widersprach dem so genannten Betriebsübergang - und erhielt die betriebsbedingte Kündigung. Insgesamt 24 dieser Kündigungen hielt das Arbeitsgericht am Ende für nicht rechtswirksam. Verhindert werden konnte die Ausgliederung aber nicht. Ein Sprecher von DPD wurde in dieser Zeitung mit dem Satz zitiert „Wir werden so lange outsourcen (ausgliedern), bis es passt.“

Ende 2009 handelten Gewerkschaft und Arbeitgeber einen Kompromiss aus: Danach sollten die Packer noch ein Jahr lang den Tariflohn ihrer Branche von zehn Euro in der Stunde brutto und 30 bezahlten Urlaubstagen erhalten, danach für 7,50 Euro brutto und mit 24 Urlaubstagen arbeiten. Ziel der Gewerkschaft war es damals, mit Ergo einen eigenen Haustarifvertrag auszuhandeln. Das geschah auch. Ergebnis war, so Peter Rey, dass es doch bei der Tarifbindung blieb, also bei gleichen Arbeits- und Einkommensbedingungen wie zuvor bei DPD.

„Am 1. Januar 2012“, berichtet der DPD-Sprecher weiter, sei es dann zu einem Wechsel an der Spitze der Duisburger Niederlassung gekommen. „Michael Lambert, der neue Niederlassungsleiter, veranlasste eine gründliche Analyse der Prozesse im Paketumschlag“, so Rey weiter. Danach hätten zu viele Führungsebenen zu Reibungsverlusten geführt. Die Kontakte zwischen DPD, Ergo und den Beschäftigen untereinander hätten nicht funktioniert. Lambert habe Gespräche mit allen Beteiligten aufgenommen. Und: „Als Ergebnis dieser Analyse hat DPD in Duisburg den Paketumschlag zum 1. August 2012 wieder vollständig in das Un­ternehmen eingegliedert.“ Die Ergo-Mitarbeiter hätten zu den gleichen Bedingungen wieder zu DPD zurückkehren können. Die beiden Betriebsräte hätten fusioniert.

Ein Jahr danach stellt die Unternehmensleitung fest: Qualität und Leistungsfähigkeit des Paketumschlags seien messbar gestiegen. Peter Rey weiter: „Letztlich zeigt das auch, dass sich die Mitarbeiter mit DPD identifizieren.“ Wieder zu DPD selbst zu gehören, hat offenbar motivierend gewirkt.

 
 

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