Diese Duisburger Kneipe öffnet nur einmal im Monat

Ein Austausch in gemütlicher Runde: Der Vereinsabend für die Huckinger wird mittlerweile schon seit fünf Jahren organisiert.
Ein Austausch in gemütlicher Runde: Der Vereinsabend für die Huckinger wird mittlerweile schon seit fünf Jahren organisiert.
Foto: Funke Foto Services
An jedem ersten Donnerstag im Monat wird der Steinhof zum besonderen Treffpunkt. Ehrenamtler versorgen die Gäste, die kommen gerne und zahlreich

Huckingen..  Lautes Stimmgewirr und freudiges Gelächter dringen aus den Räumlichkeiten des Steinhofs. Beim Reinkommen erkennt der Besucher zahlreiche Menschen, die es sich mit einem Bier an drei Tischen gemütlich gemacht haben. Sechs Personen heben sich von der Masse ab: Sie tragen Schwarz, und ohne sie wäre der ganze Trubel gar nicht möglich. Es handelt sich um ehrenamtliche Helfer des Steinhofs, die immer am ersten Donnerstag im Monat zu einem lockeren Plausch mit Bierchen einladen. Dieser Abend dient als Ersatz für eine Kneipe in Huckingen. Denn die gibt es im Stadtteil schon lange nicht mehr.

Bindung der Jugend zu Kneipenaktivitäten fehlt

Das weiß auch Dieter Kordes. Der Rentner war bis vor einem halben Jahr Mitorganisator des monatlichen Treffens, bevor er aus gesundheitlichen Gründen die Verantwortung an ein jüngeres Team weitergeben musste. Trotzdem ist er weiterhin jeden Monat im Steinhof anwesend. Er glaubt: „Die Bierkneipe, wie es sie früher gab, kann es heute nicht mehr geben.“ Die Bindung der Jugend zu Kneipenaktivitäten wie Kegeln oder Kartenspielen fehle einfach. So sei es für Gaststättenbesitzer immer schwieriger geworden, sich ohne adäquates Essensangebot über Wasser zu halten. Aus diesen Gründen musste auch die letzte Kneipe Huckingens ihr Geschäft aufgeben. Was bleibt, ist das monatliche Event im Steinhof als letzte Möglichkeit, sich wie früher zum Kneipenplausch zu treffen.

Mittlerweile wird die ehrenamtliche Kneipe schon ganze fünf Jahre organisiert. Dabei war die Veranstaltung in den ersten Jahren nicht gut besucht. „Doch dann habe ich angefangen, die Werbetrommel zu rühren“, sagt Kordes. Als die ersten Stammkunden angeworben waren, vergrößerte sich die Kundschaft durch Mundpropaganda laufend. Mittlerweile kommen zu jeder Steinhof-Kneipe zwischen 40 und 50, meist ältere, Gäste.

Getränke werden den Betreibern der Kneipe gestellt. Die ehrenamtlichen Helfer sorgen für Brötchen, Aufstrich und die Bedienung vor Ort. Der Gewinn, der bei so einem Treffen eingefahren wird, ist unbedeutend klein. „Das ist nicht die Summe, für die man das anfangen müsste“, stellt Jochen Kriegel, einer der Ehrenamtlichen, klar. Ein weiterer Helfer erklärt: „Es geht hier nie um Umsatz.“ Man wolle lediglich eine Begegnungsstätte zum Unterhalten schaffen.

Es geht nicht um den Umsatz

Damit stoßen die Verantwortlichen auch bei den Gästen auf Zustimmung. „Huckingen droht auszutrocknen“, heißt es an den Tischen. Da begrüßt man solche Veranstaltungen. Auch Willi Birnbaum und Leo Franck, alteingesessene Huckinger, sind begeistert von der improvisierten Kneipe. Gefällt es ihnen hier? „Aber hallo!“ Man merkt schnell: Hier darf auch der ein oder andere Scherz nicht fehlen. So beschweren sich die beiden mit einem Lächeln, dass die Steinhof-Kneipe nur einmal im Monat öffnet. Denn: „Zweimal wäre besser“, öfter aber nicht. Man habe schließlich nicht immer Lust, ein Bierchen zu trinken.

Um 22 Uhr ist meistens Schluss. „Wenn einer aufbricht, dauert es nicht mehr lange, bis der Raum sich leert“, weiß auch Dieter Kordes. Dann klingt das Stimmgewirr ab, und die Kneipe schließt – bis zum nächsten Monat.

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