Die spannende Boerakker-Saga

An den Kirchmannshof, wohl der älteste Bauernhof in Buchholz, erinnert nur noch der Name eines Seitenweges der Wedauer Straße .
An den Kirchmannshof, wohl der älteste Bauernhof in Buchholz, erinnert nur noch der Name eines Seitenweges der Wedauer Straße .
Foto: Privat
Seit 1983 treffen sich die Familienmitglieder alle zehn Jahre in Duisburg. Ihre Ahnenforschung reicht mittlerweile zurück bis ins 17. Jahrhundert

Süd..  Nur der Straßenname „Am Kirchmannshof“ erinnert noch an das 1962 abgerissene Gehöft an der Wedauer Straße 198. Die Erinnerung an den wohl ältesten Buchholzer Bauernhof halten die Nachfahren des letzten Pächters aufrecht. Die Familie Boerakker fand sich nun wieder zum Familientreffen im Ehinger Bootshaus ein.

„Das ist kein Kaffeeklatsch“, betont Hans Boerakker. Es geht um eine lange Familiengeschichte, die längst einem Puzzle gleicht, an dem sich viele Mitglieder der Familie beteiligen. „Je länger man sich damit beschäftigt, desto mehr findet man“, sagt Hans Boerakker. Er führt die Arbeit fort, die seine im Mai verstorbene Schwester Anne Schott begann. Das erste Familientreffen der Boerakkers gab es 1983, seither treffen sich die Familienmitglieder etwa einmal im Jahrzehnt, zuletzt fand man 2003 zusammen.

Am Kirchmannshof in Buchholz, auf dem sowohl der heute 78-jährige Hans wie auch seine Schwester Anne zur Welt kamen, entzündete sich das Interesse. Wohl um 1910 musste die Familie Kirchmann wegen wirtschaftlicher Probleme den ältesten Buchholzer Hof an die Stadt verkaufen, heißt es im Bericht des Landwirts Josef Schmitz über die Buchholzer Bauernhöfe. „Mein Großvater Johann wurde 1930 Pächter, er betrieb Schweinezucht und eine Abdeckerei“, berichtet Hans Boerakker. Sein Vater Wilhelm starb früh mit nur 32 Jahren, ab 1946 zog er mit der Mutter nach Großenbaum, nur eine Cousine lebte noch bis zum Abriss 1962 auf dem Hof.

Groß ist die Familie dank der sechs Schwestern des Vaters. „Beim ersten Treffen waren alle Tanten dabei“, erinnert Hans Boerakker. In Neuenkamp, Buchholz Mündelheim und Serm lebt heute die Verwandtschaft. „Alle die Issel heißen in Serm sind mit uns verwandt“, erklärt Hans Boerakker, der seit 50 Jahren in Mündelheim lebt. Aus der Ferne grüßt seine Nichte – sie lebt in Texas (USA).

Längst hat die Forschung weitere Kreise gezogen: Dass der erste Boerakker vor dem 1. Weltkrieg nach Huckingen kam, haben sie herausgefunden, das Stammhaus in Riek bei Nimwegen in den Niederlanden ausfindig gemacht. Ein Künstler, der nun das Haus bewohnt, rekonstruierte das Familienwappen. Regelmäßig besucht die Familie die belgische Abtei Tongerlo bei Antwerpen, in der Boerakkers lebten. „Bis 1679 können wir unsere Geschichte zurückverfolgen“, sagt Hans Boerakker, dessen Sohn Frank die Forschung mit der nächsten Generation weitertreibt.

 
 

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