Die Hälfte der Haitianer sind Analphabeten

Buchholz..  Haiti, der Inselstaat in der Karibik mit rund zehn Millionen Einwohnern, ist das ärmste Land der westlichen Erdhalbkugel. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt hier bei 800 Euro. Etwa die Hälfte der Bevölkerung muss jedoch mit weniger als 1,30 Euro am Tag zum Leben auskommen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 67 Prozent. Die Hälfte der Menschen sind Analphabeten.

Dabei war die Halbinsel einmal die reichste Kolonie Frankreichs. 1492 begann die Besiedlung durch Kolonialherren. Sie verschleppten afrikanische Sklaven nach hier, deren Nachfahren heute 95 Prozent der Bevölkerung ausmachen. 1804 erkämpften sich die Sklaven die Freiheit und die Unabhängigkeit von Frankreich.

Das Land verarmte aber durch die Entschädigungszahlungen, die im 19. Jahrhundert an die enteigneten Plantagenbesitzer zu zahlen waren. Es hat seitdem nur instabile politische Systeme erlebt, obwohl es offiziell eine präsidiale Republik ist. Korruption und Cliquenwirtschaft sind weit verbreitet.

Wirbelstürme und Erdbeben

Seit der Befreiung betrieben die Einheimischen selbst Raubbau an der Natur. Über die Hälfte des fruchtbaren Landes ging durch Übernutzung verloren. Einerseits wurde der Tropische Regenwald komplett abgeholzt. Andererseits verkleinerte sich das Bauernland durch Aufteilung auf die Erben immer mehr. Nach einer Landreform zu Anfang des 19. Jahrhunderts hatte es einmal bei 150 000 Quadratmeter pro Familie gelegen. 1971 waren es nur noch 15 000 Qua­dratmeter.

Haiti, das zu den Großen Antillen gehört und im Osten an die Dominikanische Republik angrenzt, ist zudem stark erdbebengefährdet, es liegt zudem im Haiti liegt im Bereich tropischer Wirbelstürme. Das letzte Erdbeben vom Januar 2010 war das schwerste seit 1842. Es forderte insgesamt 250 000 Menschenleben und machte jede sechste Familie im Land obdachlos.

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