Denkmalfibel für Hüttenheim

Die Straße Hasendong in Hüttenheim. Foto: Kerstin Bögeholz/WAZ-FotoPool
Die Straße Hasendong in Hüttenheim. Foto: Kerstin Bögeholz/WAZ-FotoPool
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Hüttenheim.. Seit 1986 steht die alte Arbeiterkolonie unter Denkmalschutz. 24 Jahre lang hat es gedauert, jetzt hat die Stadt Duisburg eine Denkmalfibel erarbeitet.

Sie beschreibt nicht nur Entstehung und Be­deutung der Siedlung, sondern gibt auch konkrete Gestaltungsvorgaben zum Erhalt ihres Erscheinungsbildes. 1908 begann die Schulz-Knaudt AG aus Essen in der Gemeinde Huckingen mit dem Bau eines Siemens-Martin-Stahlwerks. Sie verlagerte dorthin ihr Essener Werk, wollte aber möglichst viele ihrer gut ausgebildeten Arbeiter mitnehmen. Dazu begann 1910 auf 80 000 Qua­dratmetern Fläche in der Nachbargemeinde Mündelheim der Bau einer Arbeitersiedlung. Sie erhielt 1912 den Namen „Hüttenheim“. Zur Bauzeit galt der Wohnungsbau für Arbeiter schon als Fürsorge für die Belegschaft. Abweichend vom damals modernen Gartenstadtcharakter (Wedau) ent­stand eine eher städtische Siedlung mit damals hohem Wohnkomfort.

Von 1071 Arbeitern bei Schulz-Knaudt lebten 1913 im­merhin 380 mit ihren Familien in der neuen Siedlung. Ein Jahr später ging die Hütte im Mannesmann-Konzern auf.

Die neue Siedlung entstand in Block-Rand-Bebauung aus unregelmäßig geschnittenen Blöcken, die durch gekappte Ecken sowie Vor- und Rücksprünge in den Straßenfluchten eine starke Durchgliederung erhielten. In ihrem Zentrum liegt der von Norden nach Süden orientierte Block westlich der Rosenbergstraße, auf den von Osten die gekrümmte Straße „Hasendong“ zuführt. Die Bebauung an der Westseite der Rosenbergstraße bildet an dieser Mündung durch Rücksprung der Bauflucht, wie es in der Denkmalfibel heißt, einen zentralen Platzraum aus, der von dem zentralen Uhrenturm beherrscht wird. Er tritt an die Stelle der sonst zentralen Kirche.

Die Wohnhäuser sind als Geschosswohnungsbauten mit zwei Vollgeschossen und ausgebauten Dachgeschossen konzipiert. Ihre Fassaden zeigen eine überwiegend symmetrisch angelegte Gliederung aus Ziegelmauerwerk und Putzflächen. Das Dachgeschoss ist als Mansardendach ausgebildet, mit symmetrisch angeordneten Giebeln. Der Stil heißt Neubiedermeier.

 
 

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