Den Hunger am eigenen Leib erfahren

Wedau. Fasten für Flüchtlinge will eine neue Fastengruppe der Evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis. Die Idee dahinter: Sie wollen einen Tag im Monat ausschließlich Wasser zu sich nehmen. Das dadurch eingesparte Geld, das ansonsten für Nahrungsmittel ausgegeben würde, soll dann an eine Flüchtlingshilfe gespendet werden.

„Wir wollen was für die Flüchtlinge tun“, sagt Dieter Bach, ehemaliger Pfarrer und Ehrenamtlicher in der Evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis. Er hat die neue Gruppe ins Leben gerufen.

Fasten ist ein Brauch, der traditionell in vielen Religionen verankert ist. Ob die Fastenzeit im Christentum oder der Ramadan im Islam, das Grundprinzip des Fastens ist überall gleich. Man soll sich durch die Enthaltsamkeit neu besinnen. Doch dass Fasten auch für Mitmenschen hilfreich sein kann, will Dieter Bach mit der neuen Gruppe zeigen.

Pfarrer Dirk Sawatzki fastet mit

In welche Flüchtlingshilfe-Organisation das Geld aber letztendlich fließt, solle die Gruppe festlegen. Das zu regeln ist auch ein fester Bestandteil des monatlich angesetzten Treffens. Dort wolle man außerdem Erfahrungen über den Fastentag austauschen.

Bach möchte mit der Organisation allerdings nicht nur spenden. Er will, „dass man am eigenen Leib erfährt, was Hunger bedeutet“. „Dieses Bewusstsein fehlt heute vielen Menschen und man weiß gar nicht mehr, wie gut es einem überhaupt geht“, sagt der ehemalige Pfarrer.

Margarete Neufeind ist eine der ersten Interessenten an der Fastengruppe. Obwohl sie nicht fasten darf, hält sie die Gruppe trotzdem für „eine sehr gute Idee.“ Neben ihr fastet auch Pfarrer Dirk Sawatzki einmal monatlich mit.

Insgesamt ist die Gruppe um Dieter Bach allerdings noch recht überschaubar. Doch er träumt davon, über die Jahre mehr Leute von seiner Idee überzeugen zu können und gemeinsam das Fasten in einer ganz neuen Form auszuüben.

 
 

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