David in Dakar

D.  iese Woche stand im Zeichen des Deutschlernens sowie der Prüfungen. Am Donnerstagmorgen fand ein internationales Netzwerktreffen zum Thema Deutsch als Fremdsprache im Senegal in der Deutschen Botschaft statt. Kurz gesagt, möchte das senegalesische Erziehungsministerium das Erlernen der deutschen Sprache in der Sekundarstufe I und II zurückdrängen, um die MINT-Fächer und andere Sprachen zu privilegieren. Interessante Gespräche und Ideen ergab das Treffen mit dem Botschafter, dem Dekan der Germanistik der Uni Dakar und anderen deutschen Repräsentanten. Man verständigte sich darauf, dass die deutschen Ausbildungs- und Weiterbildungsinstitute, die Schulen und Hochschulen im Senegal in Zukunft noch enger kooperieren werden, um zu zeigen, dass das Deutsche sehr wohl seine Wichtigkeit in diesem Teil der Welt hat.

An meiner Uni habe ich diese Woche einen Deutsch-Club ins Leben gerufen, der ein Forum des Kulturaustausches, der Diskussion und des Miteinanders sein soll. Der Club, bestehend aus 50 Mitgliedern und im Begriff der Expansion, hat schon einen Vorstand und ist mitten in der Vorbereitung eines „Deutsch-Tages“, der am 23. Mai veranstaltet wird.

Unabhängig von den Vorbereitungen mussten die Germanistik-Studenten diese Woche Klausuren schreiben und mündliche Prüfungen ablegen. In zwei Wochen beginnt das zweite Semester, und ich habe dann noch mehr Deutschkurse, denn es wollen hier am Cesag viele die Sprache von Goethe und Schiller erlernen. Das zum Thema: Deutsch verliert an Gewicht im Senegal.

Besonders die Option, ein Hochschul-Stipendium zu bekommen, um an deutschen Unis zu studieren und zu forschen, ist für viele afrikanische Studenten lukrativ. Denn wer einmal in Deutschland ist, der steigt im Ansehen der Familie und Freunde und gilt als Gewinner. Andererseits ist der Druck sehr hoch. Es wird finanziell viel von den sogenannten Expatriots erwartet, und man darf nicht heimkommen, ohne es in Deutschland zu etwas gebracht zu haben.

Für mich als deutschen Expat gelten da andere Bewertungskriterien. Es gilt, als Sprachdozent auch im Zielland zu reisen. Die letzte, sehr prägende Reise in die Savanne nach Bambey-Serere hat mich daher motiviert, weitere Reisen zu unternehmen, schon allein deshalb, um dem Moloch Dakar zu entkommen. Die Temperaturen sind zwar noch angenehm zurzeit, aber es ist sehr staubig und windig. Aber vor allem deshalb, um den Facettenreichtum des Senegals zu entdecken. Heute geht es nach Mbour mit einer Freundin namens Angel, die dort geboren ist und einen kleinen Kiosk vor meiner Uni betreibt. Mbour liegt an der Atlantikküste und ist ein Touristenort. Wie es mir dort ergangen ist, steht hier dann kommenden Samstag. David Biber

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