Dave Davis bringt Ethno-Comedy in den Steinhof

Dave Davis freute sich natürlich über die Afrika-Siedlung in Duisburg-Buchholz.
Dave Davis freute sich natürlich über die Afrika-Siedlung in Duisburg-Buchholz.
Foto: Christoph Karl Banski
Dave Davis gastierte mit seinem Programm „Afrodisiaka“ im Steinhof in Huckingen. Von Lächel-Workshops bei Angela Merkel und plutonischen Freunden.

Huckingen..  Die tollen Tage sind zwar seit dem vergangenen Mittwoch vorbei, für den Steinhof in Huckingen war das aber noch lange kein Grund, Schluss mit Lustig zu machen. Freitagabend gastierte mit Dave Davis ein wahrer Publikumsliebling im Duisburger Süden. Im Gepäck hatte der Comedian sein Programm „Afrodisiaka“.

Wie der Titel bereits vermuten lässt, bekam das Publikum im ausverkauften Steinhof viel Ethno-Comedy geboten. Unaufhörlich, und dank Lederjacke ein bisschen wie US-Comedian Kevin Hart, taperte Davis über die Bühne und erzählte pointiert von den Unterschieden zwischen Afrikanern und Deutschen. Warum so viele Deutsche wohl so traurig seien, fragte sich der Kölner, und fand die Antwort bei Angela Merkel, bei der viele Deutsche anscheinend einen „Lächel-Workshop“ genommen haben.

Nach kurzer Freude über das Buchholzer Afrikaviertel sächselte der Comedian das erste Mal – und gab eine Kostprobe seines herausragenden Imitationstalents. Vor allem der Dialekt seiner Heimatstadt Köln hatte es ihm angetan, regelmäßig führte Davis vor, was er von seinem Kölsch-Coach „Betonmicha“ gelernt hat. Dann folgte ein Aufruf zu mehr Gelassenheit und Frohsinn, denn „wenn Dir die Sonne aus dem Popo scheint, hast Du auch im Dunkeln Licht“.

AOK? Steht für „Afrikaner ohne Kleingeld“

Einen Ausflug in Politik und Wirtschaft leitete der Comedian mit der AOK ein – bekanntermaßen die Abkürzung für „Afrikaner Ohne Kleingeld“. Von den ernsteren Themen des Lebens ging es schnurstracks ins Unterhaltungssegment, vor allem Mode und Heidi Klum hatten es dem Kölner angetan. Operierte Frauen seien „Betrug am Kunden“, erklärte er, und manche H&M-Models seien so dünn, dass er die Werbeplakate beinahe für Spendenaufrufe der Welthungerhilfe gehalten hätte. Noch dazu, so Davis, seien Magermodels so dünn, dass man sie mit einem Teelicht röntgen könne.

Genauso gerne wie mit der Lachmuskulatur seines Publikums spielt Dave Davis auch mit Worten. Aus dem liierten Paar wird ein lädiertes, aus der platonischen Freundin eine plutonische, und der verstorbene Onkel sei nicht tot, so Davis, sondern habe auf Torfatmung umgestellt. Sehr zur Freude des Publikums bekam auch die Bild-Zeitung ihr Fett weg. Das Käseblättchen sei „Satans Klopapier“ und sollte am besten zerstört werden. Auf ein kleines Quätschchen mit dem Publikum folgte die Feststellung, dass Sächsisch das Vokal-Guantanamo sei und „Fifty Shades of Grey“ jüngst die Kluft zwischen Alice Schwarzer und vielen anderen Frauen aufgezeigt hätte. Außerdem rühmte sich Dave Davis damit, das schöne Geschlecht entschlüsselt zu haben – schließlich laufe alles auf die fünf Grundprobleme „Aua, Pipi, Hunger, müde, kalt“ hinaus.

Über die Schwierigkeiten mit Deutsch als Fremdsprache, die Querelen der katholischen Kirche und eine Parabel über dumme Türsteher fand ein äußert kurzweiliger und humorvoller Abend sein Ende.

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