Das Grün, das die familiäre Welt bedeutet

Für Marlies Gerritzen, Wilhelm Junk, Heidi Stratmann (vorne von links), Monika Gebler und Claudia Gerritzen (hinten von links) ist Parzelle 10 der Ort, an dem die Familie lebt.
Für Marlies Gerritzen, Wilhelm Junk, Heidi Stratmann (vorne von links), Monika Gebler und Claudia Gerritzen (hinten von links) ist Parzelle 10 der Ort, an dem die Familie lebt.
Foto: FUNKE Foto Services
Maria und Theodor Junk gehörten zu den ersten Pächtern. Ihre sechs Kinder führen die Familientradition fort, mit viel Liebe und Zusammenhalt

Duisburg-Huckingen..  Alles so schön grün hier. Ein bisschen versteckt liegt sie, hinter den Wohnhäusern ohne Garten. Die kleine Oase am Rande der Straße: Wir sind mitten im Kleingartenverein Angerperle. Auf der Parzelle 10. Ein Besuch im Grünen, der besonders ist. Nicht zuletzt, weil hier, in diesem Jahr, eben auch Besonderes gefeiert wird. Der 50. Geburtstag der Kleingartenanlage, die für die Familie Junk die Welt bedeutet.

„Wenn ich hier bin, wenn wir hier zusammen sind, dann bleibt die Zeit stehen“, sagt Heidi Stratmann. Mit dem „Wir“ meint sie ihre mehr als große Familie. Und sie sagt auch: „Mit diesem Garten verbinden wir unsere Herkunft, einfach eine schöne Zeit“. Heidi Stratmann ist eines von sechs Kindern, die die Familientradition Kleingarten nicht nur weiterführen sondern auch –leben. Über dem Bruch legten die Eltern den Grundstein für die Gartenliebe. Es war das Jahr 1966, die Kleingartenanlage wurde gegründet, Familie Junk machte mit. Direkt nebenan die Wohnung, der Garten nur einen Steinwurf entfernt, ein idealer Ort zum Großwerden.

Es waren unbeschwerte Tage, Wochen, Monate, Jahre. Die Familie von Maria und Theodor Junk wuchs, gärtnerte, lebte auf dem Grün. Mit der Zeit kamen die Kinder, eigentlich waren es acht. „Es war damals eine sehr kinderreiche Gartenanlage. Unsere Familie gehörte noch zu den kleineren“, erinnert sich Heidi Stratmann. Viele der Kleingärtner konnten sich damals eine Urlaubsreise gar nicht leisten.

Man kannte sich, später liebte man sich sogar. Davon kann die Jüngste der Geschwister, Claudia Gerritzen, eine Geschichte erzählen. Mittlerweile ist sie mit ihrem Johannes 29 Jahre verheiratet, sie kennen sich seit jüngsten Kindertagen – natürlich aus der Angerperle. Eine Sandkastenliebe. „Er hat mich früher immer geärgert“, erinnert sich Claudia Gerritzen und lacht. Mittlerweile haben die 49-Jährige und ihr Mann die Parzelle 10, die so voller Erinnerung ist, gepachtet. Bruder Wilhelm Junk, der Zwilling von Heidi Stratmann, hat selbst auch eine Parzelle in der Anlage. „Hier kann man abschalten und entspannen“, sagt Wilhelm Junk. Aber man spürt auch: Nähe, das ist in dieser Familie das zentrale Element.

„Diese Gegend, das ist mein Zuhause. Wichtig ist einfach nur, dass wir zusammen sind“, sagt Monika Gebler, das älteste der Junk-Mädchen. Und ihre Schwester, Marlies Gerritzen, fügt hinzu: „Es sind schöne Kindheitserinnerungen an diesen Ort.“ Da, hinter dem Tor der Parzelle 10, blüht das Leben, die Familie. „Ich hoffe, dass es noch lange so geht“, sagt Marlies Gerritzen auch. Am Rande der Anger ist der Familientreffpunkt, stets und ständig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Junk-Kinder – natürlich – auch in direkter Nachbarschaft zueinander wohnen.

Zum Geburtstag gibt es Federweißer und Zwiebelkuchen. Sie werden alle zusammenkommen und in Erinnerungen schwelgen. An die Eltern und die beiden Geschwister, die nicht mehr bei ihnen sind. Sie werden feiern und anstoßen – auf die Junks und die Angerperle.

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