Bürgerverein verstärkt Protest gegen Bebauung

BV-Vorsitzender Rolf Peters, Kassiererin Rita Fischer und Beirat Dietmar Ahlemann (von links) protestieren.
BV-Vorsitzender Rolf Peters, Kassiererin Rita Fischer und Beirat Dietmar Ahlemann (von links) protestieren.
Foto: Lars Heidrich
Huckinger wollen mit Aktionen gegen Bebauung Am Alten Angerbach vorgehen. Durch den Grundstücksverkauf könnte die Stadt 30 Millionen Euro einnehmen.

Huckingen..  Ein Grund für seine Gründung holt den Bürgerverein Huckingen ein: 1972 fanden sich die Bürger zum Verein zusammen, um gegen die damals geplante Bebauung am Angerbogen zu protestieren. Rolf Peters, der Vorsitzende des Bürgervereins, erinnert sich: Es sollten bis zu „13-geschossige Hochhäuser für 20 000 Menschen“ errichtet werden – Huckingen selbst zählte gerade einmal 9000 Einwohner. Heute kämpft der BV nicht gegen den Angerbogen I, sondern gegen den Angerbogen II – die geplante Bebauung Am Alten Angerbach. Einer schon laufenden Online-Petition soll ab der kommenden Woche eine Offline-Unterschriftensammlung folgen. Und der Bürgerverein schmiedet schon weitere Protestpläne.

Bis zu 220 Einfamilienhäuser sollen nach Plänen der Verwaltung am Alten Angerbach auf einer Nettofläche von 9,5 Hektar entstehen. Der Bürgerverein will stattdessen „die letzte große Freifläche in Huckingen“ als solche erhalten; für Flora, Fauna und als Naherholungsgebiet für die Menschen. Peters argumentiert, in den letzten Jahren habe Huckingen bereits mehr als 20 Hektar Bauland zur Verfügung gestellt; zum Beispiel am Angerbogen I, entlang der U79 und am Mühlenkamp sowie in der Weißen Siedlung. Das neue Projekt würde noch mal knapp die Hälfte dieser Fläche an Bauland liefern.

Bodenrichtwert für angrenzende Flächen: 310 bis 350 Euro pro Quadratmeter

Dietmar Ahlemann, Beirat im Bürgerverein, sieht für das Projekt vor allem einen Grund: Der Stadt gehe es darum, „Kasse zu machen“. Ihr gehört der größte Teil der Fläche. Der Verkaufspreis pro Quadratmeter dürfte sich an den angrenzenden Flächen orientieren. Beim Angerbogen I beträgt der Bodenrichtwert 310 Euro pro Quadratmeter; für die auf der anderen Seite angrenzende Eifelsiedlung liegt der Richtwert bei 350 Euro. Ein Verkauf der knapp zehn Hektar großen Fläche könnte also zwischen 29 und 33 Millionen Euro einbringen.

Das Vorhaben Am Alten Angerbach haben Bezirksvertretung Süd und Rat der Stadt mehrheitlich beschlossen; dafür votierten in beiden Vertretungen unter anderem SPD, CDU und Junges Duisburg; dagegen die Grünen und Die Linke. Peters weiß dagegen die Mitglieder des Bürgervereins hinter sich: Die laufende Online-Petition wurde 2015 auf der Jahreshauptversammlung beschlossen. Schon vor dem Ratsbeschluss für Duisburg 2027 hatte der BV gegen die Pläne Am Alten Angerbach protestiert; allerdings bislang ohne Erfolg. Das soll das nächste halbe Jahr ändern. Die Online-Petition haben bisher knapp 500 Menschen unterschrieben, bis Mitte August läuft die Zeichnungsfrist. Kein Zufall: Zu diesem Zeitpunkt rechnet der Bürgerverein mit ersten konkreten Vorschlägen der Verwaltung zur geplanten Bebauung. Bis dahin wird er weitere Protestaktionen starten. Sollte es trotzdem zu einem tatsächlichen Bebauungsplan kommen, schließt der BV auch ein Bürgerbegehren nicht aus.

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