Bürgernähe steht für Haasper an erster Stelle

Das Team der SPD für die Bezirksvertretung Süd vor der Wahl am 25. Mai. In der Mitte Volker Haasper.
Das Team der SPD für die Bezirksvertretung Süd vor der Wahl am 25. Mai. In der Mitte Volker Haasper.
Foto: WAZ
Überraschend hat die SPD Volker Haasper zum Kandidaten für das Amt des Bezirksbürgermeisters für den Duisburger Süden gekürt. Jetzt gilt es für den 46-jährigen Sozialpädagogen, eine Mehrheit auch des Gremiums hinter sich zu bringen. Haasper will sich viel Zeit für die Bürger im Bezirk nehmen. Sein Arbeitgeber stelle ihn dafür frei, sagt er.

Süd..  Mit der Wahl von Volker Haasper zum Kandidaten für den Posten des neuen Bezirksbürgermeisters hat die neugewählte SPD-Fraktion im Süden durchaus für eine Überraschung gesorgt. In der konstituierenden Sitzung der neuen Bezirksvertretung Süd am 17. Juni soll der Buchholzer zum Nachfolger von Dietmar Eliaß gewählt werden. Im Gespräch mit der Redaktion äußert er sich zu seinen Zielen.

Eigentlich galten Beate Lieske und Norbert Broda als mögliche Kandidaten der SPD. Warum Sie nicht?

Volker Haasper: Irgendwann Bezirksbürgermeister zu werden, das war schon immer mein Wunsch. Ich bin jetzt seit 14 Jahren in der Bezirksvertretung, da war es an der Zeit. Ich habe mich allerdings vor der Wahl nicht dazu geäußert, weil ich zunächst das Ergebnis abwarten wollte.

Wer den Job des Bezirksbürgermeisters ernst nimmt, muss Zeit mitbringen. Haben Sie die?

Ich habe sie und werde sie mir einräumen. Ich leite das Jugendzentrum der Falken in Beeck, der Beruf lässt mir an den Vormittagen Zeit. Und mein SPD-naher Arbeitgeber hat meinen Wünschen für Freistellungen für politische Arbeit bisher auch entsprochen.

Positive Signale von den Partnern

Die SPD hat in der neuen BV keine Mehrheit. Wer soll Sie außer der eigenen Fraktion wählen?

Wir sprechen mit Linken und Grünen über eine Fortsetzung der Kooperation. Erste positive Signale hat es nach der Wahl schon dafür gegeben.

Was sind ihre Ziele?

Wenn ich gewählt werde, will ich vor allem bürgernah sein. Ein Mittel ist auch der verstärkte Einsatz neuer Medien, um mit den Menschen zu kommunizieren. Das ist bisher unterentwickelt. Übrigens gilt das auch für die Bezirksvertretung selbst. Wir haben noch nicht einmal WLAN im Bezirksamt.

Ihr Vorgänger hat oft beklagt, dass der Süden es schwer habe, sich im Rat und selbst in der eigenen Partei Gehör zu verschaffen. Sehen Sie das auch so?

Wir müssen versuchen, ei­nen Fuß in die Tür zu bekommen. Die schwie­rige Haushaltslage der Stadt wird sich in den nächsten Jahren kaum wesentlich verbessern. Aber wir haben mit Dieter Lieske und Werner von Häfen durchaus Ratsherren, die sich bemerkbar machen können.

Thema Homosexualität

Sie sind aktiv bei den Schwusos in der SPD, werden der erste homosexuelle Bezirksbürgermeister. Hat das für Sie Bedeutung?

Eigentlich nicht. Sicher wollte die Fraktion angesichts des Einzugs der Rechten in den Rat auch ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung und Homophobie. Ich finde, das sollte nicht wichtig sein, ebensowenig wie Herkunft und Religion. Ich wünsche mir eine SPD, die Arbeitsgemeinschaften für Migranten und Schwusos nicht mehr braucht.

 

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