Beziehungschaos in drei Akten

„Eine himmlische Beförderung“ wird zur Zeit bei der Evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis gespielt. Foto: Tanja Pickartz/ WAZ -toPool
„Eine himmlische Beförderung“ wird zur Zeit bei der Evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis gespielt. Foto: Tanja Pickartz/ WAZ -toPool
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Buchholz. Die zwölf Akteure der Laienspielgruppe „Buchholzer Bühne“ der evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis feierten am Samstag im Gemeindezentrum an der Arlberger Straße mit der teuflischen Verwechslungskomödie „Eine himmlische Beförderung“ Premiere. Seit Sommer hat das Ensemble Texte geübt, Charaktere ausgetüftelt und Bühnenbilder gebaut. Vor fast ausverkauftem Haus nahm das Beziehungschaos in drei Akten dann seinen Lauf. Bei politischen Spitzen und geschlechtsspezifischen Neckereien hatte die Gemeinde viel zu lachen.

Im Hause Weismann steht die Hochzeit der Tochter Yvonne mit ihrem den Eltern bisher unbekannten Klaus-Dieter ins Haus. Brautmutter Erika hat mit Hilfe ihrer überambitionierten Nachbarin Hilde für das Fest alles vorbereitet. Aber bekanntlich steckt der Teufel im Detail.

Und so hat die ganze Sippe die Rechnung ohne den ehrgeizigen Diavolo gemacht. Nur noch eine böse Tat trennt den jungen Teufel von seinen heiß ersehnten zwei Hörnchen. Des Teufels Großmutter Lutzi stattet ihn eigens für seine fiesen Machenschaften mit einem un­sichtbar machenden Mantel aus: Sichtbar ist er damit nur noch für Himmelsgeschöpfe und für Menschen mit weniger als 100 Sünden. Das Publikum konnte sich das Lachen dabei nicht verkneifen. Brautvater Albert und Nachbar Heinz mischen bei den Teufeleien mächtig mit. Schließlich haben die beiden bei ihrem Projekt „Mehrfamilienhaus“ die Mitgift der vermeintlich vermögenden Schwiegermutter in spe schon als Sicherheit bei der Bank angegeben. Als die beiden Trauzeugen Nadine und Gerd den Bräutigam als „Playboy in Damenstrumpfhosen“ entlarven, herrschen Eifersucht und Irritation bei den Irdischen. Vor allem die weiblichen Charaktere sind sich danach sicher, „dass Männer drei Gene mehr haben als Frauen: Das Auf-die-Nerven-Gen, das ins-Wirtshaus-Gen und das Fremd-Gen.“ Die witzige Einlage wurde vom Publikum mit Klatschen belohnt.

Pfarrer Björn Hensel überzeugte als weißwurstliebender Petrus mit Handy. Um den Familienstreit auf Erden zu schlichten, plant er zunächst, den Heiligen Geist runterzuschicken: „Der ist aber schon in Duisburg unterwegs. Die brauchen doch einen neuen Bürgermeister“.

Also muss die Engelsdame Raphaela mit „Harmoniestaub“ und dem magischen Mantel für Unsichtbarkeit das Kuddelmuddel auf Erden beseitigen. Als das Buch mit den Beziehungskonstellationen dem Schussel in eine Pfütze fällt, ist das Chaos perfekt. Doch um sich ihre Flügel zu verdienen, versucht sie zumindest, glückliche Paare zu bilden. Schaffen es der tollpatschige Engel und der durchaus liebenswerte Nachwuchsteufel tatsächlich mit neuen Paarkonstellationen, die Familie komplett zu zerwürfeln? Wird Diavolo teuflisch befördert und Raphaela beflügelt? Das witzige Hin und Her sorgte in den gesamten 100 Minuten durchgehend für großes Gelächter und viel Applaus.

 
 

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