Bahnhof in Duisburg-Wedau soll gläsernes Dach erhalten

Die Vorarbeiten für die Sanierung des Wedauer Bahnhofsgebäudes haben begonnen.
Die Vorarbeiten für die Sanierung des Wedauer Bahnhofsgebäudes haben begonnen.
Foto: WAZ FotoPool
Der erste Entwurf für die neue Nutzung des alten Bahnhofs Wedeau liegt vor. Der Plan des neuen Eigentümers sieht ein gläsernes Dach vor. Ein Teil des Gebäudes soll vermietet werden. Das alte Empfangsgebäude soll stehen bleiben. Möglichst Mitte nächsten Jahres sollen die Arbeiten beginnen.

Duisburg.. Der alte Bahnhof Wedau ist entwidmet. Rau West, der Käufer der Immobilie, hat jetzt endlich alle notwendigen Papiere in der Tasche. „Wenn alles glatt läuft, könnten wir Mitte nächsten Jahres beginnen“, hofft Hartmut Claßen, einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Damit würde ein Schandfleck im Duisburger Süden verschwinden.

Visitenkarte am Eingang der Stadt

Das alte Empfangsgebäude bleibt stehen. Lediglich der Überbau über den Gleisen, der noch in Besitz der Bahn ist, wird abgerissen. Das soll spätestens 2016 geschehen. Weil dafür die stark befahrene Güterzugstrecke für rund zehn Tage stillgelegt werden muss, will man den Abriss zusammen mit Reparaturarbeiten an den Gleisen erledigen. Das Dach des Überbaus wurde allerdings bereits abgetragen, da Teile davon auf die Gleise zu fallen drohten.

Rau West will nach der Sanierung einen großen Teil des Gebäudes selbst nutzen. Die Firma, die eng mit der Bahn zusammenarbeitet, hat das Amsterdamer Büro Onswerk mit einer ersten Planung beauftragt. Die holländischen Architekten haben sich unter anderem ein gläsernes Dach auf dem flachen Anbau der Empfangshalle überlegt. „Wie das Gebäude letztendlich aussieht, ist noch völlig offen“, so Claßen. Bisher hat Rau West noch keinen Bauantrag bei der Stadt eingereicht.

Platz schaffen in der Empfangshalle

In die ehemalige Empfangshalle soll eine Decke eingezogen werden, so wird Platz geschaffen für weitere Büros, die vermietet werden sollen. Eine Duisburger Ingenieurfirma hat bereits Interesse bekundet. „Die Lage ist gut, die Anbindung an die A 3 vorhanden, das bekommt man auf jeden Fall vermietet“, ist Claßen sicher. Zwischendurch habe man auch mal an Wohnbebauung gedacht, dies aber wieder verworfen. Die Lärmschutzmaßnahmen wären zu aufwändig geworden.

Obwohl das Gebäude aus dem Jahr 1938 seit langem leer steht, sei die Bausubstanz in Ordnung, urteilt Claßen. Als gelernter Bauingenieur sollte er dies beurteilen können. „Wir haben zwischendurch das Dach repariert, damit kein Wasser eindringt und innen schon mal alles rausgerissen“, erzählt Claßen. In diesem Zusammenhang wurde auch die alte Bahnhofsuhr in Sicherheit gebracht. Das gute Stück, mit einem Zifferblatt von 1,50 Meter Durchmesser, soll nach der Sanierung im Gebäude aufgehängt werden und den Mitarbeitern zeigen, was die Stunde geschlagen hat.

Gewinn für das Stadtbild

„Wir sind interessiert, zügig dort einzuziehen“, so Claßen. Für das Stadtbild wäre das ein Gewinn. Denn bisher bekommen die Bürger von Wedau und Bissingheim und ebenso die vielen Gäste, die von der A 3 zu internationalen Wettbewerben an der Regattabahn anreisen, als eines der ersten Häuser auf Duisburger Boden das verlotterte Bahnhofsgebäude zu Gesicht - keine gute Visitenkarte.

 
 

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