Bahn informiert Anwohner über Schallschutzpläne für RRX

Manfred Liepert vom Ingenieurbüro Müller und Partner informierte auch am Mittwochabend die Bürger über die geplanten Maßnahmen
Manfred Liepert vom Ingenieurbüro Müller und Partner informierte auch am Mittwochabend die Bürger über die geplanten Maßnahmen
Foto: Tanja Pickartz
Weit über 100 Interessierte kamen am Mittwochabend zur zweiten RRX-Informationsveranstaltung. Kosten für einige Umbaumaßnahmen werden übernommen.

Duisburg-Süd..  Michael Kolle war bedient. Der Leiter des Großprojektes „Rhein-Ruhr-Express“ hatte gerade erfahren, dass die Einladungen zu dem Informationsabend erst am Morgen in den Briefkästen der Betroffenen lagen. Da man ähnliche Probleme bereits bei der ersten Veranstaltung hatte, war diesmal die Deutsche Post als Dienstleister verpflichtet worden. Kolle kündigte Konsequenzen an: „Das sollte vor einer Woche zugestellt werden, die Rechnung werden wir nicht bezahlen.“

Aber auch ohne Einladung hatten weit über 100 Interessenten am Mittwochabend den Weg zum Huckinger Bertolt-Brecht-Berufskolleg gefunden. Nachdem nun erste Schallgutachten für die RRX- Trasse zwischen Rahm und Hauptbahnhof vorliegen, informierten die Bahnexperten über die geplanten Maßnahmen zur Lärmreduzierung.

Lärmvorsorge nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz

Da im Duisburger Süden – bis auf die „Baulücke“ zwischen dem Altenbrucher Damm und dem S-Bahn Haltepunkt Buchholz – zusätzliche Gleise für den ab 2025 zwischen Köln und Dortmund im Viertelstundentakt fahrenden RRX notwendig werden, greift fast auf der kompletten Strecke die Lärmvorsorge nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Das wird immer herangezogen, wenn Gleise neu verlegt werden oder gravierende Umbaumaßnahmen am Gleiskörper vorgenommen werden.

Für den Planungsabschnitt im Duisburger Süden bedeutet das, dass die Strecke je nach schalltechnischer Auswertung von bis zu sechs Metern hohen Schutzwänden flankiert wird. Zusätzlich werden die Gleise nach RRX-Inbetriebnahme „besonders überwacht“. Das geschieht durch spezielle Messfahrzeuge, die im Bedarfsfall dafür sorgen, dass zu laute Gleise abgeschliffen werden. Sollten mit diesen Maßnahmen die Grenzwerte im Einzelfall immer noch überschritten werden, kommt der „passive Schallschutz“ zum Tragen.

Bahn übernimmt Umbaukosten für „passiven Schallschutz“

Dazu gehört unter anderem der Einbau von schalldämmenden Fenstern und Türen. Die Kosten für den Umbau übernimmt die Bahn zu 100 Prozent. Aber auch die Anwohner der „Baulücke“ zwischen Großenbaum und Buchholz – dort werden keine neuen Gleise verlegt, da die vorhandene Kapazität ausreicht – können auf Lärmschutz hoffen. Für diese Fälle hat der Bund ein „freiwilliges“ Lärmsanierungsprogramm aufgelegt, aus dem die Maßnahmen finanziert werden.

Beim „passiven Schallschutz“ werden die entstandenen Kosten zu 75 Prozent ersetzt. Die in Frage kommenden Gebäude müssen allerdings vor dem 1. Januar 1974 gebaut worden sein. Dieses Programm des Bundes würde auch für die „Baulücken“-Anwohner des Breithof auf Großenbaumer Gebiet greifen.

Thomas Mazurek würde es begrüßen, wenn eine Schallschutzwand gebaut würde: „Wir fühlen uns eh schon stiefmütterlich behandelt, wohnen zwischen dem GSG-Sportplatz und dem Gewerbegebiet. Eine Schutzwand, am besten aus Glas, wäre eine gute Sache.“ Damit könnte auch Nachbarin Marlies Huppenkothen leben, auf Sonne in ihrem Garten möchte sie aber nicht verzichten: „Bloß kein Riesenbauwerk.“

 
 

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