Aus medizinischen Gründen fasten - der Leber zuliebe

Apothekter Hadi Rezai und eine Mitarbeiterin bei einer „Fettmessung".
Apothekter Hadi Rezai und eine Mitarbeiterin bei einer „Fettmessung".
Foto: WAZ FotoPool
Nicht nur Alkohol kann die Leber verfetten. Auch nicht verbrannte Kohlenhydrate führen dazu. Das bringt aber den Insulinhaushalt des Körpers aus dem Takt. Apotheker Hadi Rezai aus Wanheim empfiehlt Übergewichtigen und Diabetikern vom Typ II, mit Leberfasten gegenzusteuern.

Wanheim.. Zwischen Aschermittwoch und Ostern ist traditionell Fasten angesagt. Das macht für Apotheker Hadi Rezai vom Wanheimer Dreieck vor allem für Übergewichtige Sinn. Er empfiehlt Leberfasten nach einer vom Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Nicolai Worm entwickelten Methode. Sie eignet sich für all jene, die Übergewicht und eine nicht durch Alkohol bedingte Fettleber haben, das sind bis zu 30 % der Bevölkerung und über 70 % der Diabetiker. Ziel der 14-tägigen Ernährung überwiegend mit Rohkost ist, den Teufelskreis eines aus dem Gleichgewicht geratenen Insulinhaushalts zu durchbrechen.

„So wie wir äußerlich Fett ansetzen“, sagt er, „setzt auch die Leber Fett an“, in den meisten Fällen durch Umwandlung von überschüssigen Kohlenhydraten (etwa aus Kartoffeln, Brot, Bier). „Diese Verfettung der Leber bewirkt aber, dass überall im Körper die Zellen nicht mehr gut auf das von der Bauchspeicheldrüse bereitgestellte Hormon Insulin ansprechen.“ Insulin und Zuckergehalt im Blut korrespondieren miteinander: Hoher Zuckergehalt im Blut (etwa nach Verzehr von Süßem) gehe mit hohem Insulinspiegel einher. Die Fettleber aber störe diese Regel.

Heraus aus dem Teufelskreis

Dabei habe Insulin gleich zwei Aufgaben. Einmal versorge es die Muskeln mit Zucker, dem Kraftstoff des Körpers. Bei Fettleber aber gelange der Zucker nicht mehr dorthin, bleibe im Blut. Der Körper reagiere mit noch mehr Insulin. Aber Insulin wandelt auch Kohlenhydrate zu Fett um. Rezai: „Ist davon zu viel vorhanden (so bei Bewegungsmangel), wird es auch in der Leber eingelagert.“ Ohne Änderung der Ernährung gebe es kein Heraus aus diesem Teufelskreis.

Leberfasten bedeute, dass der Teilnehmer sich beschränkt, dreimal am Tag eine große Mahlzeit zu sich zu nehmen: morgens einen Shake aus Eiweiß, Haferflocken, Vitaminen und Ballaststoffen für die nötige Energiezufuhr, nach fünf Stunden einen weiteren Shake zusammen mit Rohkost (alle Gemüse, außer Erbsen, Mais und gekochten Möhren), abends einen Shake mit Salat und einen Teelöffel hochwertiger Pflanzenöle für die nötige Vitaminverarbeitung. Und dazwischen immer wieder zuckerfreie Getränke.

Maximal 1000 Kalorien am Tag

Auf diese Weise, sagt Rezai, führe man sich 14 Tage lang täglich nur 1000 Kalorien zu, ohne zu hungern. Der Insulinspiegel reguliere sich, Fett werde verbrannt, weil der Körper an seine Reserven gehe (Fettleber und auch Bauchumfang gehen zurück), die Insulinblockade der Zellen werde aufgelöst, Zucker also wieder besser aufgenommen.

 
 

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