Anwohner und Stadt sind weiterhin gegen CO-Pipeline in Duisburg

Hier liegt die CO-Pipeline im Boden. Stadt und Anwohner wollen die Kohlenmonoxid-Leitung nicht haben.
Hier liegt die CO-Pipeline im Boden. Stadt und Anwohner wollen die Kohlenmonoxid-Leitung nicht haben.
Foto: WAZ Jürgen Metzendorf
Bei einer Sondersitzung im Steinhof in Duisburg-Huckingen sprach sich eine deutliche Mehrheit gegen die Inbetriebnahme der Kohlenmonoxid-Pipeline im Duisburger Süden aus. Ein Werbefilm von Bayer stieß auf wenig Gegenliebe. Zwei einzelne FDP-Mitglieder hielten dem Chemiekonzern dann doch die Stange.

Duisburg-Huckingen. Der Bayer-Werbefilm verspricht absolute Sicherheit. Ein Bagger gräbt sich in die Tiefe zur CO-Pipeline. Die Schaufel zerreißt das Schutzband, die Greifer schlagen in das Rohr. Ganz bewusst, betont der Sprecher. Weil ja eigentlich keiner so blöd sein kann, alle Warnungen zu ignorieren. Das Rohr hält trotzdem stand.

Während der Film läuft, geht durch das Publikum im Steinhof immer wieder ein Raunen, mitunter kommt höhnisches Gelächter auf. Die Mitglieder von Bezirksvertretung, Umweltausschuss und des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr nehmen die Vorführung schweigend zur Kenntnis. Sie müssen sich von beiden Seiten ein Bild machen.

Der Stadtrat hatte sich schon 2007 deutlich gegen die 67-Kilometer lange Kohlenmonoxid-Pipeline ausgesprochen. Jetzt müssen die Politiker wieder ihre Meinung sagen, weil Bayer sich den Bau noch einmal genehmigen lassen muss. Zu sehr sind die Bauherren vom ursprünglichen Plan abgewichen.

Heftige Wortwahl

Im Steinhof kommen noch einmal viele Argumente auf den Tisch. Bürgerinitiativen-Sprecher Erich Hennen holt Richtung Bayer aus: „Der das geplant hat – das muss ein krankes Gehirn gewesen sein.“ Er stellt den Bagger-Versuch in Frage: Das Rohr sei mit Wasser gefüllt gewesen und nicht mit Gas – ganz andere Bedingungen.

Auch Stadtdirektor Peter Greulich zählt noch einmal die Gegenargumente auf: unter anderem fehlende Rettungsmöglichkeiten, die fehlende Schutzfunktion der Schutzmatten, abweichende Rohrstärken, von der Planung abweichende Trassenverläufe, der Rohrführung durch Wohngebiete, und „dass wir uns als Kommune nicht ernst genommen fühlen“.

FDPler gegen Ablehnung

Bayer-Projektleiter Werner Breuer schildert das alles anders. Er sagt: „Das Rohrmaterial entspricht voll allen Anforderungen.“ Er nennt die wichtige wirtschaftliche Bedeutung von Bayer und dem Projekt. „Die Werke haben eine Riesen-Wertschöpfungskette.“ Breuer versichert, dass die Rohre für einen Druck von bis zu 200 Bar ausgelegt seien, im Regelbetrieb seien es maximal 13,5 Bar.

Die Politik unterstützt erwartungsgemäß die vorformulierte Ablehnung der Stadtverwaltung. Nur zwei FDPler sprechen sich gegen die Ablehnung aus. Das Papier der Stadt trotze nur von Populismus und Besserwisserei, sagt FDP-Mann Thomas Wolters: „Solch eine Verwaltung, hätte ich mir bei den Planungen der Loveparade gewünscht.“ Aus dem Publikum ruft einer „So ein Drecksack“ in Wolters Richtung.