Alter Angerbach: Es fehlen noch 2100 Unterschriften

Knapp zehn Hektar Grünfläche soll zu Bauland entwickelt werden.  Für die Huckinger Bevölkerung würde somit ein Naherholungsgebiet verloren gehen.
Knapp zehn Hektar Grünfläche soll zu Bauland entwickelt werden. Für die Huckinger Bevölkerung würde somit ein Naherholungsgebiet verloren gehen.
Foto: www.blossey.eu
Die Online-Petition gegen die Bebauung am Alten Angerbach geht zurzeit in den Endspurt. Nur noch wenige Tage bleiben den Gegnern der Bebauung.

Huckingen..  Endspurt: Noch elf Tage bleiben den Duisburger Bürgern, um gegen die geplante Bebauung am Alten Angerbach zu unterschreiben. Dann läuft die Frist der Online-Petition ab, die der Bürgerverein Huckingen ins Leben gerufen hatte.

Noch summen die Bienen auf der großen Grünfläche, nebenan grasen Pferde. Spaziergänger und Fahrradfahrer können sich erholen, mal kurz abspannen inmitten der Großstadt. Im Alten Angerbach merkt man nichts vom Großstadtdschungel, den hupenden Autos und den hektischen Menschen. „Der Alte Angerbach ist die letzte große Freifläche in Huckingen“, so der Bürgerverein Huckingen in seiner Begründung für die Online-Petition. Mit der Petition wehren sich die Huckinger gegen das geplante Bauvorhaben auf der Fläche zwischen Düsseldorfer Landstraße, Alter Angerbach und der Hermann-Spillecke Straße.

220 Einfamilienhäuser sollen auf 9,5 Hektar Fläche entstehen

Rückblick: Bezirksvertreter und Rat beschließen 2015 Duisburg 2027, den Vorläufer des neuen Flächennutzungsplans. Auf einer Fläche von 9,5 Hektar sollen am Alten Angerbach 220 Einfamilienhäuser entstehen. 30 Millionen Euro könnte die Stadt durch den Grundstücksverkauf einnehmen. Im Gegensatz dazu steht der Erhalt der Fläche als Naherholungsgebiet und Frischluftentstehungszone. Um beides zu bewahren, hat der Bürgerverein Huckingen die Petition ins Leben gerufen.

Seit knapp einem halben Jahr können Kritiker des Projekts unterschreiben, sowohl online als auch an Ständen vor Ort oder per Brief. Dabei sind vor allem Unterschriften aus Duisburg wichtig, denn nur diese zählen, um den nächsten Schritt einzuleiten: das Quorum, also eine angeforderte Stellungnahme von Oberbürgermeister Sören Link. Die Stadt Duisburg habe, so Sprecher Peter Hilbrands die Petition und das Anliegen der Einwohner im Auge.

Gut 2000 von 4100 nötigen Unterschriften aus Duisburg sind erst eingegangen

In ein paar Tagen endet die Frist. Bislang sind 2009 Unterschriften aus Duisburg eingegangen, 4.100 werden benötigt. Wenige Tage vor Petitionsende erscheint das ziemlich unrealistisch. Rolf Peters, Vorsitzender des Bürgervereins, glaubt nicht mehr daran, diese Marke zu erreichen: „Anfangs haben wir um die 4000 Unterschriften angestrebt. Gerne hätte ich mehr Unterschriften zusammen gehabt.“ Woran es liegt, dass die Bürger ihre Stimme nicht nutzen, weiß Peters nicht. „Vielleicht hat es was mit Politikverdrossenheit zu tun“, mutmaßt er.

Ans Aufgeben denkt der Vorsitzende aber nicht. In den sozialen Medien wurde noch einmal auf den Endspurt hingewiesen, und auch beim Jazz-Frühshoppen am kommenden Sonntag im Steinhof sollen noch einmal fleißig Unterschriften gesammelt werden. „Entscheidend ist, ein Signal zu setzen, sich zu wehren und der Politik und der Verwaltung unseren Standpunkt deutlich zu machen“, betont Peters. Das Ergebnis soll nach Petitionsende an Oberbürgermeister Sören Link übergeben werden. Dann heißt es erstmal abwarten.

Die Planungen der Stadt laufen bereits weiter

Die Stadt plant währenddessen schon die Entwicklung des Gebiets. „Derzeit wird der städtebauliche Entwurf zum Bauprojekt am Alten Angerbach erarbeitet“, so Hilbrands. Und weiter: „Als nächster Schritt im Bauleitplanverfahren soll die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung noch in diesem Jahr erfolgen. Hierbei werden die Bürger die Möglichkeit haben, ihre Bedenken und Anregungen zu äußern.“

Peters wird dort auf jeden Fall anwesend sein. Weitere Vorhaben sind seitens der Bürgervertretung vorerst nicht geplant. Auch das zunächst angedachte Bürgerbegehren ist im Moment kein Thema mehr. „Wir haben getan, was zu tun war“, findet der Vorsitzende.

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