Alles nimmt ein böses Ende

Florian Müller

Süd. Das Schreiben liegt der Familie Zapp im Blut. Während Bruder Bodo Zapp lange Jahre als führender Redakteur bei mehreren Blättern der WAZ Mediengruppe beschäftigt war, hat sein 61-jähriger Bruder Werner Zapp aus Buchholz zwar seine Leidenschaft schon früh erkannt, nun aber erst sein erster Buch vorgelegt. „Letzte Runden“ heißt der Titel der sieben Kurzgeschichten, die Zapp nun im Huckinger Verlag „KKF Buchecke“ veröffentlichte.

„Das erste Buch eines Autors sollte eher einen optimistischen Titel haben, war der Rat meiner Frau. Das ‘Letzte Runden’ ist kein Buch für Optimisten, keine der Kurzgeschichten nimmt ein gutes Ende. Was soll man da machen? Es ist fast wie im richtigen Leben“, skizziert Werner Zapp sein Debut und fügt hinzu: „Auch wenn alle Geschichten von der ersten bis zur letzten Zeile erstunken und erlogen sind, befindet sich im Kern doch oft ein Körnchen jener Ärgernisse und Ängste, die wir manchmal haben.“

Die sieben Geschichten sind inhaltlich nicht miteinander verbunden, das „Böse“ zieht sich aber wie ein roter Faden durch das Buch. Zapp bekennt freimütig: „Ich wollte böse Geschichten schreiben, Stephen King ist eines meiner Vorbilder.“

Eine Fahrt auf der Autobahn in Frankreich inspirierte ihn ebenso zu einer Kurzgeschichte wie ein Aufenthalt in einem New Yorker Hotel in den 90er Jahren, das er in eine

Kurzgeschichte einbaute. Überfüllte Briefkästen hat er viele gesehen - und daraus flugs eine Geschichte gemacht. In „Boxluder“ quillt eben ein Briefkasten durch Zeitungen, Post und Prospekten über. Jochen lauert deswegen den Zeitungsboten in aller Frühe auf und macht ihn auf den Zeitungsschlitz aufmerksam. In ihm schlummern aber auch andere Talente. So entsteht aus einem Scheinwerfer und einem Computer ein elektrisches Huhn, an dem Jochen seine Reflexe für einen Boxkampf trainiert, den er aber nie bestreiten wird. Und natürlich endet auch diese Geschichte wieder böse, denn sein Dackel ist schneller bei der Hühnerjagd, ein Nachbar beschimpft ihn und schließlich wirft ihn auch noch seine Frau aus der Wohnung.

Eine weitere Leidenschaft hat Werner Zapp in seine Geschichten einfließen lassen, er ist treuer Fan der Rolling Stones und hat sich bei unzähligen Konzertbesuchen zu Geschichten inspirieren lassen. Zu seiner Geschichte „Kiffward“ stellt Zapp nüchtern fest: „Das dreifache Zuviel von Alkohol, Aufputschmittel und falschen Freunden treibt Ralf in ein Finale, wie es blutiger und abstruser in keinem Krimi ablaufen könnte. Oder wurde er am Ende doch vom Teufel geholt?“

Viele seiner Geschichten fallen dem Großhandelskaufmann und Betriebswirt unterwegs. Dazu macht er sich Notizen, die dann abends in aller Ruhe aufgearbeitet werden. Nicht an der klassischen Schreibmaschine, sondern am PC entstehen die Gesichten von Werner Zapp.

Eine Geschichte aus „Letzte Runden“ will der in Duisburg geborene Auto nun zu einem zweiten Buch unter dem Titel „Der Erleuchtete“ ausbauen, auch hier will er sich der Stilform Novelle bedienen. Neben dem Schreiben ist für den verheirateten Buchholzer auch das Lesen ein Hobby. Auch hier setzt er auf die „Neuzeit“: „Das Lesen von E-Books macht richtig Laune.“

Das 220 Seiten starke Buch ist im Verlag Duisburger Verlag KKF Buchecke, Tel. 9857578, erschienen (ISBN 978-3-941742-16-1) und kostet 9,90 Euro. „Letzte Runden“ ist auch im normalen Buchhandel erhältlich.

Autorenlesung

„Eigentlich handelt es sich um Geschichten, die man prima in einer Kneipe vorlesen kann, vielleicht mit ein wenig Musik dazu“, freut sich Werner Zapp auf Autorenlesungen. Die erste findet nun am Donnerstag, 19. Januar, um 19 Uhr in der Bezirksbibliothek Buchholz an der Sittardsberger Allee statt. Der Eintritt zu der Buchpräsentation und Autorenlesung ist frei.