Abwarten und Tee trinken

Von Jenny Miosga
Noch immer keine Biergarten-Saison. Kaltes bier und klate Füße passen einfach nicht zusammen.
Noch immer keine Biergarten-Saison. Kaltes bier und klate Füße passen einfach nicht zusammen.
Foto: WAZ FotoPool

Süd.  Zu Ostern war es kälter als Weihnachten vergangenen Jahres. Für die (Mini-)-Golfer und Tennis-Spieler bedeutet das: „Abwarten und Tee trinken“. Denn das kühle Wetter verzögert den Saisonstart. Es sorgt ebenfalls dafür, dass die Bänke im Biergarten Biegerpark unbesetzt bleiben.

Eigentlich war für den 7. April im Biergarten der Startschuss in die Freiluft-Saison geplant. Wirt Rainer Michel verschiebt diesen nun mit Blick auf die Wetterprognose. Ein kaltes Bier schmeckt einfach nicht, wenn man dabei gleichzeitig kalte Füße holt. Der neue Termin wird im Internet bekannt gegeben (www.biergarten-biegerpark.de).

Vier Tage Arbeit bis diePlätze bespielbar sind

Siegrid Pöpping informiert ihre Kunden überwiegend telefonisch. Vor allem die Stammgäste fragten in den letzten Tagen nach, wann es denn endlich losgeht auf der Minigolf-Anlage Platz Am Neuen Angerbach. „Bei milderen Temperaturen hätten wir bereits zu Ostern aufgemacht. Doch wir müssen warten bis das Thermometer konstant den zweistelligen Bereich anzeigt“, so Pöpping.

Im Sommer freut man sich über den dichten Baumbestand. Doch die Bodenverhältnisse erlauben es nun nicht, den Betrieb aufzunehmen. Die Bahnen sind schnell wieder feucht und lassen sich nicht gut bespielen. Außerdem könnten Rohre der Sanitäranlage platzen.

Auf eine ausgiebige Portion Sonne warten auch die etwa 500 Mitglieder des Tennis-Clubs Duisburg Grunewald. Helmut Kröll (68) ist seit 22 Jahren als technischer Wart verantwortlich für die elf Plätze und ihre Aufbereitung. Vier Tage dauert es bei konstant schönem Wetter bis ein Platz bespielbar ist.

Momentan macht der Platz auch noch einen etwas trostlosen Eindruck. Bisher konnte Kröll nicht viel machen: „Wir hoffen auf mehrere regenlose Tage mit einer mindestens zehn Grad“.

Ab heute kümmert sich Kröll darum, dass alle Plätze abgezogen und die Linien gerichtet werden, neue Asche aufgestreut und diese dann nach Bewässerung und Trocknung nachgewalzt wird. Am 7. April findet zwar ein Treffen im Vereinshaus Am Förkelsgraben 65 statt. An diesem Tag wird aber kein einziger Tennisball über den Platz springen.

„Wenn der Spielbetrieb endlich wieder anläuft, habe ich sozusagen ein Bett hier und bin jeden Tag vor Ort.“ Ulrike Schwind, die Zweite Vorsitzende des Tennis-Clubs, freut sich besonders auf die Aktion „Deutschland spielt Tennis“ am 28. April. „Das ist wie ein Tag der Offenen Tür mit Probetraining und ähnlichem. Und danach geht es richtig los mit Meden-Spielen Anfang Mai und den Turnieren“, so die Tennissport-Begeisterte. Saison-Ende ist dann im Oktober.

Ähnlich verhält es sich beim Golf-Club am Altenbrucher Damm. Club-Manager Stephan Mißmahl beklagt wetterbedingte Turnierausfälle, ist aber zuversichtlich, was einen verspäteten Saisonstart am 12. April anbelangt.

Die Greens mussten für die Saison vorbereitet werden. Das Aerifizieren, also die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, Sauerstoff und Wasser, konnte bedingt durch Frost nicht wie geplant Anfang März erledigt werden. Rund zwei Wochen dauert es nach diesen Pflegemaßnahmen bis die optimale, teppichartige Grünqualität erreicht ist. Dann dürfen die Spieler auch wieder ihre Trolleys über die Wiesen ziehen. Im Winter wird dies nicht erlaubt, da sich der Rasen nicht so schnell regeneriert.

Die Wetterentwicklung gestern und heute lässt die Golfer, und nicht nur diese, hoffen. Ansonsten bleiben nur der Griff zum Schal und zur Tasse Tee.