16-jährige Duisburgerin schreibt ein Buch pro Jahr

Antonia Wesseling hat ihren ersten Roman mit elf Jahren verfasst.
Antonia Wesseling hat ihren ersten Roman mit elf Jahren verfasst.
Foto: Herbert Höltgen
Antonia Wesseling verfasst zurzeit ihren sechsten Roman. Eins ihrer Bücher wird demnächst veröffentlicht. Die Schülerin schreibt jeden Tag.

Huckingen..  Mit sieben hat Antonia Wesseling ihre erste Geschichte geschrieben. Aus der krakeligen Schrift der Grundschülerin sind inzwischen klar lesbare, digitale Buchstaben geworden: Heute ist die Huckingern 16 – und tippt an ihrem sechsten Roman. Eins ihrer Bücher, „Die Schablone“, wird demnächst veröffentlicht. Für Antonia erfüllt sich damit ein Traum.

„Am Anfang wollte ich ein ganz dickes Buch schreiben – den neuen Harry Potter oder so“, sprudelt es aus Antonia, die alle nur Toni nennen, heraus. Ganz so dick wurde ihr Erstlingswerk dann doch nicht: 94 Seiten. Nicht wenig für eine damals Elfjährige.

Fünf Bücher sind in den fünf Jahren seitdem dazu gekommen. Ein Buch pro Jahr, das schaffen sonst nur Bestseller-Vielschreiber wie John Grisham. Und eben Antonia. Jeden Tag setzt sie sich an ihr Notebook und arbeitet an ihren Geschichten. Am Handy fließen ihr die Buchstaben mittlerweile schneller aus den Fingern als an der Tastatur: „Ich schreibe in der Bahn morgens viel“, auf dem Weg zur Schule. „Und in der Pause. Eigentlich immer, wenn der Lehrer das Klassenzimmer verlässt.“ Das summiert sich: Bis zu zehn Seiten in DIN A5 verfasst die junge Schriftstellerin pro Tag. „Manchmal auch nur eine.“ Aber immer schreibt sie. Jeden Tag.

Am liebsten liest sie blutrünstige Thriller

Wie viele Ideen in Antonias Kopf herumschwirren, ahnt man, wenn man sie reden hört: Worte und Sätze überschlagen sich fast; vor Begeisterung, aber auch, weil ihr Kopf vor lauter Gedanken eigentlich bersten müsste. „Es gibt keinen Ort, wo ich keine Ideen habe“, sagt sie selber. So viele Ideen, dass sie sie aufschreibt. Beginnt sie ein neues Buch, muss sie sich nur noch entscheiden, welche Idee sie diesmal zu Papier bringen will.

Schon gedruck (via books on demand) sind fünf Bücher: In einem geht es um Mädchen, die das Schicksal an einem merkwürdigen Ort zusammenführt; ein anderes handelt von Mädchen, die verschwinden und auf einem Friedhof wieder auftauchen – in nebeneinander liegenden Gräbern. Letzteres passt zu Antonias eigenen Lesevorlieben: Thriller haben es ihr besonders angetan, „je spannender und blutrünstiger, desto besser“. Spannungsgeladen, wenn auch auf subtilere Art, ist ihr Buch, das es jetzt mit der Privatinitiative „Der dritte Raum“ zur ersten richtigen Veröffentlichung schafft: „Als ich ,Die Schablone’ geschrieben habe, hatte ich manchmal selber Angst“, gesteht die Autorin.

Dem Traum vom großen Erfolg kommt sie mit der Veröffentlichung ein Stück näher. Vielleicht fließt aus ihrer Feder eines Tages wirklich der neue Harry Potter. Dick wird das neue Buch jedenfalls: „Ich bin gerade auf Seite 250.“ Magie spielt auch eine Rolle. Eine Recherchereise steht noch aus: Das neue Werk spielt in Venedig. „Ich bin noch dabei, meine Eltern zu überzeugen, dahin zu fahren.“

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