Suche nach Mercators Anwesen

Auf dem Schulgelände (Bildmitte) soll das Mercator-Quartier entstehen. Foto: Hans Blossey
Auf dem Schulgelände (Bildmitte) soll das Mercator-Quartier entstehen. Foto: Hans Blossey
Foto: Hans Blossey

Duisburg. Bevor die erwarteten Millionen in die städtischen Kassen sprudeln, kommt Mercator zu seinem Recht: Die Archäologen sind die ersten, die sich auf dem Terrain des künftigen Mercator-Quartiers gegenüber vom Rathaus betätigen, schließlich geht’s im 500. Geburtsjahr des berühmtesten Duisburgers auch um die erwartete Entdeckung des historischen Wohnhauses des großen Kartographen.

Büros und Gastronomie am Rande des neuen Viertels, vor allem aber rund 300 Wohnungen mitten im Herzen der Stadt sollen das Quartier prägen, das an der Stelle entstehen soll, wo jetzt zwischen Post-, Ober-, Gutenberg- und Obermauerstraße noch Schulen (leer) stehen. Die werden nicht mehr benötigt seit der Eröffnung des Kollegschulzentrums an der Bismarckstraße in Neudorf.

Doch das Plangebiet liegt auf historischem Boden, wo Duisburg schon im Mittelalter besiedelt war. Entsprechende Funde sind zu erwarten. Vor allem im Untergrund unter dem bisherigen Lehrerparkplatz an der Oberstraße, wo sich nach den bisherigen stadthistorischen Erkenntnissen wohl Mercators Wohnhaus befunden haben dürfte.

Archäologen durchforsten das Stadtarchiv

650 Gulden hatte der Kartograph 1558 nach seinem Umzug aus seiner niederländischen Heimat für das Gebäude bezahlt, in dem auch seine Werkstatt untergebracht war. Ein Garten und weitere Ländereien gehörten zu Mercators Anwesen.

Zur Zeit wälzen die Archäologen alte Gebäudeakten im Stadtarchiv, danach geht’s nach draußen. Gräben auf dem Baugelände sollen ans Tageslicht bringen, wo eventuell noch näher nachzuforschen ist, auf besagtem Parkplatz vor allem, dazu im bereich Stapeltor/Bohnengasse und an einer Stelle auf dem Schulgelände, wo Überreste eines alten Observatoriums vermutet werden.

Mit einer archäologischen Untersuchungszeit von maximal einem halben Jahr rechnet man im Technischen Dezernat. Zumal dort, wo beim Schulbau schon Keller ausgehoben wurden, nicht mehr mit Funden zu rechnen sei. Und tiefer graben will man nicht.

Denn beim städtischen Immobilienmanagement (IMD) ist man zuversichtlich, schon bald Bagger und Betonpumpen anrücken zu sehen. „Wir haben mehrere wirklich sehr ernsthafte, namhafte Interessenten“, sagt IMD-Chef Uwe Rohde auf die Frage nach möglichen Investoren für das neue Viertel. Ähnlich wie das Grundstück der Rhein-Ruhr-Halle im Zusammenhang mit den Hamborner Outlet-Plänen werde die Fläche Mitte des Jahres ausgeschrieben, dann erhalte der Meistbietende den Zuschlag für das 28.000 Quadratmeter große Areal. Damit wird laut Rohde im Spätherbst zu rechnen sein. Bei den aktuellen Grundstückspreisen ist mit einer Einnahme von mindestens acht bis elf Mio Euro zu rechnen.