Sturmfolgen von „Ela“ kosten Duisburg 1,55 Millionen Euro

Willi Mohrs
Im Stadtwald warf Pfingststurm Ela große Baumbestände um.
Im Stadtwald warf Pfingststurm Ela große Baumbestände um.
Foto: WAZ
Wegen der teuren Beseitigung der Sturmschäden muss die Grünverwaltung der Stadt Duisburg voraussichtlich über Jahre an der Pflege von Grünanlagen sparen. Die vordringlichen Gefahrstellen nach dem Unwetter "Ela" sind aber inzwischen auf städtischem Gebiet beseitigt.

Duisburg. Sturm „Ela“ beschert der Stadt nach bisherigen Berechnungen Kosten in Höhe von rund 1,55 Millionen Euro. Dem stehen Einnahmen aus dem Holzverkauf von rund 200.000 Euro entgegen. Da Schäden in solcher Größenordnung im Haushalt nicht eingeplant waren, muss nun an anderer Stelle gespart werden, beispielsweise bei den städtischen Grünflächen.

„Sollten für die Schadensbeseitigung keine Fördergelder zur Verfügung gestellt werden, so werden sich die Wiederherstellungsmaßnahmen noch auf die nächsten zwei bis drei Jahre erstrecken“, heißt es in einem Sachstandsbericht zu den Sturmschäden, der dem Umweltausschuss vorgelegt wurde: „In dieser Zeit muss dann der allgemeine Pflegestandard im städtischen Grün reduziert werden.“ In den Genuss von Landesmitteln kommt Duisburg – wie berichtet – nicht. Gelder zur forstlichen Förderung sind beantragt. Ob sie bewilligt werden, steht noch in den Sternen.

412.000 Euro für Bäume an Straßen und öffentlichen Grünanlagen

750.000 Euro kostete bisher die Beseitigung der Sturmschäden im städtischen Wald, 412.000 Euro sind für Bäume an Straßen und in öffentlichen Grünanlagen fällig, weitere 385.000 Euro für beschädigte und umgerissene Bäume auf städtischen Friedhöfen.

Beseitigt sind nach Angaben der städtischen Grün-Verwaltung vor allem die vordringlichsten Gefahrenstellen, etwa an Straßen und in der Nähe von Bebauung. „Akute und erkennbare Gefahren“ in Baumkronen sind auch überall da beseitigt, wo am ehesten Menschen zu Schaden kommen könnten.

Beschädigte Flächen wiederherstellen

Zu tun ist gleichwohl noch reichlich. Unter anderem müssen noch in erheblichem Umfang durch umstürzende Bäume beschädigte Flächen wiederhergestellt werden. Nach „Abschluss der groben Arbeiten“ sind auch noch die Waldwege an der Reihe.

Nach Einschätzung der städtischen Grün-Experten stellt sich die Frage, inwieweit bereits für die nahe Zukunft eine Häufung von Stürmen wie „Ela“ zu erwarten ist. Aber: „Eine Strategie zur Verminderung oder gar Vermeidung der Folgen dieser Ereignisse kann zurzeit nicht angeboten werden“, heißt es in dem Sachstandsbericht für die Kommunalpolitiker. „Ela“ habe aber gezeigt, „wie störungsanfällig unser hoch entwickelter, komplexer Großstadtalltag geworden ist“. Wichtig sei daher, dass ausreichend qualifizierte und motivierte Mitarbeiter mit entsprechender Ausrüstung zur Verfügung stehen, um „ähnlich einer Feuerwehrtruppe“ auf Orkan- und andere Schäden reagieren zu können.

Die seit der „Ela“-Sturmnacht vermehrt eingehenden Anträge auf Fällgenehmigung durch besorgte Privatleute kommentierte Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz so: „Wir brauchen Bäume in der Stadt.“