Streit um Schimmel in der Wohnung

Neudorf..  Jahrelang hat Heike Markmann sich bei ihren Vermietern von der Wohnungsgenossenschaft Duisburg-Mitte über den Schimmelpilzbefall in ihrer Wohnung an der Haroldstraße 70 beklagt. Die Wohnungsgenossenschaft sieht die Verantwortung für die Schimmelbildung bei der Mieterin. Der Streit wird nun vor Gericht entschieden.

„Eigentlich wollte ich diese Wohnung nicht mehr betreten. Es ekelt mich einfach nur an“, sagt Heike Markmann und deutet auf die gelblich verfärbte Ecke im ehemaligen Kinderzimmer ihrer Bleibe. Auch im Wohnzimmer kriecht der Schimmel durch die Balkontür. 28 Jahre lang hat Markmann an der Haroldstraße gewohnt. Die Wohnung hat sie gemeinsam mit ihrem Ex-Mann von dessen Eltern übernommen. Anfang der 90er hatten sie sich erstmals über den Schimmelpilzbefall in mehreren Räumen beschwert. „Als Antwort kam eine Broschüre über richtiges Heizen und Lüften zurück“, erzählt die Mieterin. Ein bis zweimal haben die Markmanns seitdem die Wohnung pro Jahr renoviert. „Der Schimmel kam immer wieder. 2007 kam im Kinderzimmer sogar die Decke runter“, erinnert sich die Neudorferin, die bemängelt, dass es nie eine Rückmeldung von der Wohnungsbaugenossenschaft-Mitte gegeben hätte. Ende 2013 hat sie dann eigenhändig die Miete gemindert. „Das stand meiner Mandantin gesetzlich zu“, erklärt die Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumrecht Sonja Herzberg, die in dem Rechtsstreit die Interessen von Heike Markmann vertritt.

Anfang Februar diesen Jahres ist Markmann ausgezogen. Ihre Tochter und der Schwiegersohn, die in der Nachbarwohnung gewohnt haben, haben es ihr gleich getan. „Auch dort war Schimmel“, schildert Heike Markmann, der die Situation sichtbar zugesetzt hat. „Mein Arzt hat mir zum Auszug geraten. Ich habe andauernd über Schwindel, Müdigkeit und Hustenattacken geklagt“, so Markmann.

Im Januar wurde ein Gutachten angefertigt. Die Partei Markmann berichtet, dass dieses Gutachten bauphysikalische Mängel als Ursache der Schimmelbildung ausgemacht hat. „Das Gutachten schließt Nutzerverschulden aus“, sagt Herzberg. Dem widerspricht Winfried Tomczak, Vorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Duisburg-Mitte, die gegen die Mietminderung geklagt hat: „Meiner Ansicht nach spricht das Gutachten von falschem Mieterverhalten“, hält er dagegen. „Wir haben leider immer wieder mit Schimmelpilzbefall zu kämpfen, da die Mieter Heizkosten sparen wollen. Ich bin seit 22 Jahren bei der Wohnungsgenossenschaft und wir haben in dieser Thematik bislang immer Recht bekommen“, führt Tomczak aus. Eine Niederlage dürfte die betroffene Partei so oder so teuer zu stehen kommen. Der Streitwert beträgt zwar nur 800 Euro, die Gutachterkosten belaufen sich hingegen bereits auf saftige 3000 Euro.

 
 

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