Streit über Zukunft der Mathematiker in Duisburg ist voll entbrannt

Thomas Richter
Universitaet Duisburg-Essen, Keksdosen, Ausbau, Duisburg, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Germany, Europa
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Foto: Hans Blossey

Duisburg. An der Uni Duisburg-Essen ist ein Streit über die Zukunft der Mathematiker entbrannt: Mit Empörung haben Mitglieder des Fakultätsrates auf die vom Uni-Rektorat bestätigte Meldung reagiert, dass die Zusammenlegung der Fakultät in Essen und der damit verbundene Zwangsumzug vom Campus Duisburg bereits beschlossene Sache seien.

„Wir halten das für einen großen Fehler und fordern den Erhalt der jetzigen zwei Standorte“, sagte Heiner Gonska der WAZ. Der 63-jährige Duisburger ist Professor für Mathematische Informatik, lehrt seit 1993 am Campus Duisburg und ist Mitglied des Fakultätsrates der Mathematik.

Gegen den Umzug

In diesem Rat sitzen Professoren, Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter aus Essen und Duisburg. „Und in unserer Sitzung am Mittwoch hat sich dieser Rat einstimmig mit 13:0 Stimmen gegen eine Zusammenlegung ausgesprochen“, erklärte Gonska.

In Essen ist bislang die Lehrerausbildung und ein Bachelor-Studiengang Mathematik angesiedelt, in Duisburg werden die Studiengänge Wirtschaftsmathematik, Technomathematik und Mathematik angeboten. Hinzu kommt die mathematische Ausbildung für die Studenten der Informatik, der Ingenieur- und der Wirtschaftswissenschaften.

Vom Zwangsumzug nach Essen wären in Duisburg bis zu 400 Studenten, 30 Lehrende sowie 10 Techniker und Verwaltungsangestellte betroffen. „Viele unserer Studenten kommen aber vom Niederrhein und pendeln täglich zur Uni. Für sie wäre die Weiterfahrt nach Essen so zeitraubend und unattraktiv, dass wir befürchten, dass viele die Uni wechseln“, sagt Gonska. Die letzte Entscheidung trifft das Rektorat, sie steht noch aus. „Wir haben hier vorbildliche Anfänger- und Absolventenzahlen“, so Gonska. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass das aufs Spiel gesetzt wird.“