Duisburg

Streit im Duisburger Jobcenter eskaliert: Faustschläge in der Warteschlange - kommt so etwas öfter vor?

Im Jobcenter kommt es auch mal zu Handgreiflichkeiten.
Im Jobcenter kommt es auch mal zu Handgreiflichkeiten.
Foto: Jürgen Theobald

Duisburg. Beim Jobcenter geht es nicht immer einfach zu. Menschen sind angespannt, stehen in Warteschlangen, Security-Mitarbeiter versuchen für Ordnung zu sorgen.

So auch in diesem Fall, der in Hamborn eskalierte. Wie uns ein Leser berichtete, erlebte er am 17. Oktober eine unschöne Situation, die zu einem Polizeieinsatz führte.

Blinde Kunden nach vorne geholt

Michael O. erzählt: „Ich wollte Papiere abgeben und stand in einer der Reihen beim Jobcenter Hamborn, als ein Sicherheitsmitarbeiter in der Reihe neben mir zwei Kunden bevorzugte und sie nach vorne brachte. Sie kamen dann auch gleich als nächstes an den Schalter.

Zu diesem Zeitpunkt war nicht zu erkennen, dass eine der beiden Personen erblindet ist, da diese Person eine Sonnenbrille trug und einen sehr sicheren Gang hatte.‟

Sicherheitsmitarbeiter schlug zu

Dann schildert Michael O., dass es zu einem Wortwechsel kam, Menschen regten sich auf. Nach einem weiteren Wortwechsel (Wortlaut ist der Redaktion bekannt), fasste der Sicherheitsmitarbeiter den Besucher mit der linken Hand an den Kragen und schlug ihm mit der rechten Faust ins Gesicht.

Jobcenter bestätigt Vorfall

Michael O. rief die Polizei. Die Beamten nahmen die Personalien auf. Auf Anfrage von DER WESTEN bestätigt Jobcenter-Pressesprecherin Katrin Hugenberg den Vorfall. Sie sagt: „Nach unserer Recherche kam es zu einem Zwischenfall als ein Sicherheitsmitarbeiter einen blinden Kunden an der Warteschlange im Eingangsbereich vorbei zum Schalter führte, um ihm die Wartezeit zu verkürzen.

Er tat dies, weil es in der Halle zur dieser Zeit ziemlich voll war und der blinde Kunde aufgrund der Lautstärke die Orientierung verlor.

Mitarbeiter wehrte sich laut eigener Aussage nur

Dann bestätigt sie, dass zwei wartende Kunden sich sehr über dieses Vorgehen erregten. Sie beschimpften den Sicherheitsmitarbeiter, einer drohte ihm und holte zum Schlag aus. Der Security wehrte sich laut eigener Aussage mit einem Schlag ins Gesicht des Kunden.

Daraufhin wurde, wie bei allen körperlichen Übergriffen üblich, die Polizei gerufen.

Katrin Hugenberg berichtet: „Nach Schilderung des Vorfalles beruhigte der Kunde sich, entschuldigte sich beim Sicherheitsmitarbeiter, beide gaben sich die Hand. Beide betroffenen Kunden verzichteten auf eine Anzeige.‟

Kommen Vorfälle öfter vor?

Katrin Hugenberg sagt: „Ja, es gibt solche Vorfälle immer wieder. Sie sind aber selten, wenn man bedenkt, wie viele Menschen hier täglich verkehren. Die Sicherheitsmitarbeiter sorgen allein durch ihre Anwesenheit für ein Sicherheitsgefühl bei den Kunden, aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.‟

Mitarbeiter war nicht besonnen und soll versetzt werden

Außerdem sagt sie: „Das Jobcenter Duisburg hat mit dem beauftragten Sicherheitsunternehmen einen Dienstleister beauftragt, der qualifiziertes Personal einsetzt.

Aus unserer Sicht zeigt der Vorfall allerdings, dass der Mitarbeiter in dieser Situation nicht so besonnen reagiert hat, wie wir es erwarten. Er soll natürlich deeskalieren, aber selbstverständlich nicht handgreiflich werden.

Aus diesem Grund haben wir den Vorfall auch an das Sicherheitsunternehmen gemeldet, welches als Arbeitgeber für den Mitarbeiter zuständig ist. Wir haben um Versetzung des Mitarbeiters gebeten.‟

Insgesamt sind 25 Sicherheits-Mitarbeiter im Einsatz, vier werden in der Geschäftsstelle Nord eingesetzt.

 
 

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