„Streif“ blickt in die Kulturszene

Anne Horstmeier

Was in Los Angeles geht, kann auch Duisburg: Das war, in aller Kürze, die Idee von Stacey Blatt, Duisburger Künstlerin aus Los Angeles. Gestern stellte sie mit ihren Künstlerkollegen Elisabeth Höller, Martin Gensheimer und Holger Albertini Duisburgs neue Kultur-Zeitschrift „Streif“ vor, Untertitel „Duisburg – Eine Stadt und ihre Geschichten“. Sie soll einmal im Jahr erscheinen.

Das Herausgeber-Team besteht aus bildenden Künstlern, die auch in anderen Sparten unterwegs sind. Die erste Ausgabe von „Streif“ ist literarisch geprägt. Zum Auftakt gibt es die Geschichte „Ins Blaue“ von Sigrid Kruse, die einem Friseurbesuch zum Ausgangspunkt hat; daraus entwickelt sich das sensible, poetische Porträt eines Mannes. Illustriert hat diese Kurzgeschichte Mareike Engelke. Lütfiye Güzel ist mit dem Gedicht „Hamborn“ (aus „Herz-Terroristin“) vertreten, der Poetry Slammer „Sebastian 23“ mit „Schwerkraft und Leichtsinn“, der Schriftsteller Eckhard Rosenau auch mit einem Text über „Mein Duisburg – eine Stadt mit Muskeln“. Er erlebt zwei Arten von Menschen: Sportler und Künstler. Und Stacey Blatt outete sich als MSV-Fan.

Dazu kommen „Foto-Geschichten“ der „Bastellgruppe“ und von Elisabeth Höller („51 Doors“) oder der Tänzerin Bettina Rutsch („Duissern-Solitude“), aber auch Zeichnungen. Mit dieser Mischung aus Texten und Bildern blickt „Streif“ in bekanntere und unbekanntere Ecken des Duisburger Kulturlebens und der Kulturszene, die doch auf ziemlich hartem Boden sprießen.

Finanziert wurde die erste Ausgabe vom Kulturbeirat mit 2000 Euro, auch die Sparkasse, die Druckerei und der Papierhersteller förderten die Zeitschrift. Die Künstler sind alle ehrenamtlich dabei. Das Heft, das in einer Auflage von 550 Exemplaren erscheint, kostet 7 Euro.