Stellenabbau in der Stadtverwaltung von Duisburg droht zu scheitern

Alfons Winterseel
Der Stellenabbau in der Stadtverwaltung Duisburg, der im Haushaltssicherungskonzept festgeschrieben ist, droht zu scheitern. Foto: Stephan Eickershoff
Der Stellenabbau in der Stadtverwaltung Duisburg, der im Haushaltssicherungskonzept festgeschrieben ist, droht zu scheitern. Foto: Stephan Eickershoff
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Der geplante Stellenabbau in der Stadtverwaltung Duisburg geht zu langsam voran: Von den 680 Stellen, die bis 2014 abgeschafft werden sollen, fehlen noch etwa 380. Insgesamt gibt es in der Verwaltung derzeit sogar mehr Stellen als im Jahr 2002.

Duisburg. Der Plan, bis zum Jahr 2014 insgesamt 680 Stellen bei der Stadtverwaltung abzubauen, droht zu scheitern. Rund 380 müssten es bis dahin noch werden.

Die Verpflichtung dazu ist im Haushaltssicherungskonzept festgeschrieben. Im vergangenen Jahr wurden 98 Stellen abgebaut und 24 neu geschaffen. Das wurde im Rahmen der Haushaltsplanberatungen im Personal- und Verwaltungsausschuss deutlich. Elmar Klein (CDU): „Das ist kaum erreichbar.“ Wenn man die jetzt ausgeschriebenen Stellen für 113 Auszubildende hinzurechne, werde der Stellenabbau konterkariert.

Höherer Krankenstand als in der Industrie

Wie bedeutend die Einstellung von Nachwuchskräften in der Verwaltung sei, unterstrich hingegen Dieter Lieske (SPD): „Das Durchschnittsalter in der Kernverwaltung ist von 43,9 auf 44,1 Jahre gestiegen. Der Krankenstand ist von 6,4 auf 6,8 % geklettert. Er liegt damit deutlich und dauerhaft über der Quote von Industriebetrieben.“ Lieske stellte indirekt die Frage, ob die 327 städtischen Mitarbeiter, die beim Jobcenter arbeiten, nicht durch eine entsprechende andere Darstellung aus dem Stellenplan herausgerechnet werden müssten. „Mit den bereits abgebaut 280 Stellen hätten wird unser Ziel dann ja fast schon erreicht.“

Für die Grünen forderte Frank-Michael Rich, über mögliche Einsparpotenziale auch in den Pflichtbereichen nachzudenken: „Könnte man Teile davon nicht auf ein Mindestmaß reduzieren?“ Unterstützung fand er bei Eva Selic (SGU), die sich ebenso wie die CDU für die Einrichtung eines interfraktionellen Arbeitskreises aussprach, in dem „kreative Ideen“ entwickelt werden könnten.

Neue Stellen dank neuem Gesetz

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der städtischen Mitarbeiter seit 2007 wieder nach oben entwickelt. 2002 gab es bei der Stadtverwaltung 5050 Stellen. Innerhalb der folgenden drei Jahre sank die Zahl auf 4841, was im Wesentlichen auf die Gründung der Eigenbetriebe zurückgeführt wird. Die Zunahme der Stellen wird damit begründet, dass durch das neue Kinderbildungsgesetz und durch die Gründung der Arge neue Stellen geschaffen werden mussten. Trotz Stellenabbaus hat die Verwaltung in diesem Jahr mit 5129 Stellen wieder mehr als vor zehn Jahren.