Staunen und experimentieren bei „Wissens-Nacht“ in Duisburg

Fasziniert: Milan und Lukas mit Mutter Sabine Ingenleuf beim Anschauungsobjekt „Nanomagnete als Attraktion".
Fasziniert: Milan und Lukas mit Mutter Sabine Ingenleuf beim Anschauungsobjekt „Nanomagnete als Attraktion".
Foto: FUNKE Foto Services
Schauen, staunen, experimentieren: Großer Andrang bei der „Wissens-Nacht Ruhr“ in Duisburg auf dem Neudorfer Uni-Campus. Besucher sind begeistert.

Duisburg.. Auf dem Neudorfer Campus der Uni Duisburg-Essen herrscht reges Treiben: Besucher jeden Alters experimentieren in den verschiedenen Laboren in der Fakultät für Physik, posen im weißen Kittel und mit der Schutzbrille auf der Nase für die Kamera oder lassen die innovative Technik im Nanoenergietechnik-Zentrum, kurz NETZ, einfach auf sich wirken. Die „Wissens-Nacht Ruhr“ sorgt bis in die Abendstunden hinein für viel Andrang auf dem Campus.

Besonders das Spektroskopie-Labor lässt einige Herzen höher schlagen: Besucher können dort ihren Schmuck untersuchen lassen. Eine Frau möchte wissen, ob die Diamanten auf ihrem gefundenen „Peace“-Anhänger echt oder künstlich sind. An einem Raman-Spektroskop testet Sebastian Schipporeit von der Technischen Physik den „Klunker“. Ein Laser wird eine Sekunde auf die Probe gestrahlt und misst so den Rotations-Zustand der Moleküle. Schlägt der Graph bei einem Wert von 1300 Prozentimetern aus, ist der Diamant echt.

Struktur eines Mücken-Rüssels

Besuchergruppen schauen neugierig auf den Bildschirm und warten auf das Ergebnis. „Wetten, dass der Anhänger echt ist?“, fragt ein Mädchen in die Runde. Doch sie wird enttäuscht: Die funkelnden Glitzersteinchen kommen aus der Industrie. In dem Spektroskopie-Labor werden auch synthetische Diamanten hergestellt, die zum Beispiel für die Beschichtung von Werkzeugen gebraucht werden.

In einem Laser-Labor lässt sich Stefan Strecker seinen Namen in einen Kugelschreiber gravieren. Sohn Benjamin (8) beobachtet, wie sich der dünne Laserstrahl in Sekundenschnelle auf dem Stift abzeichnet. Christoph Mechler von der Technischen Chemie erklärt den 3D-Drucker: In mehreren Schritten produziert dieser in circa sieben Stunden einen Flyer-Halter.

Experimente und Vorträge

An drei Stationen werden im Evonik-Schülerlabor Gegenstände unter die Lupe genommen: Am Elektronen-Mikroskop zeigt Master-Student Petros Polichronidis etwa die Oberflächen-Struktur eines Schmetterling-Flügels oder eines Mücken-Rüssels. „Ein Besucher hat auch schon ein Stück Hausfassade mitgebracht und wollte wissen, ob Asbest drinnen ist.“

Im mehrstöckigen Syntheselabor werden etwa die wandbeheizten Rohrreaktoren bestaunt. NETZ-Doktorand Alexander Tarasov verweist auf den Flammenreaktor: Unter Zugabe von Hitze stellt dieser moderne Nanopartikel her.

Aber nicht nur spannende Experimente, sondern auch interessante Vorträge hinterlassen bei den Entdeckern Eindruck: In der „Science-Show“ zeigt Dr. Nicolas Wöhrl unter dem Titel „Von eiskalt bis ganz schön brenzlig“, welche Versuche in einem Nano-Labor gemacht werden. Friederike und Abigail haben sich den Vortrag nur zur Hälfte angehört: „Wir saßen einfach zu weit hinten“, bemerkt Friederike. Jetzt wollen die zwei Schülerinnen selbst Hologramme erstellen. Das lange Aufbleiben hat sich gelohnt.

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