Statt auf Würste nach Japan und Italien blicken

Natalie Rohr
Kunstinzwischenzeit in Ruhrort, ein gemeinsames Projekt von Künstlern und Geschäftsleuten. Fritz Haubner zeigt Malerei. Foto: Tanja Pickartz
Kunstinzwischenzeit in Ruhrort, ein gemeinsames Projekt von Künstlern und Geschäftsleuten. Fritz Haubner zeigt Malerei. Foto: Tanja Pickartz
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Die Gegend um den Neumarkt in Ruhrort erweckt ein Gefühl von Urigkeit: kleine süße Gassen, alte, schöne Häuser, Menschen, die sich grüßen oder in Straßencafés die Sonne genießen. In dieser idyllischen Szenerie wird nun zudem Kunst aus Duisburg gezeigt, denn das Projekt „Kunstinzwischenzeit“ ist zurück.

„2007 haben wir dieses Projekt in der Innenstadt gestartet“, erzählt Stacey Blatt, die mit Elisabeth Höller das Projekt organisiert. „In drei Schaufenstern leerstehender Geschäftsräume rund um den Neumarkt werden Bilder, Fotos und Skulpturen ausgestellt.“ Die ehemalige Fleischerei Mayer, die Schuhmacherei Bluhmki sowie ein Friseursalon und die anliegende Kneipe „Zum Freihafen“ dienen als Ausstellungsfläche.

In der ersten von drei Runden, die bis zum 26. Juni dauert, zeigt Rona Rangsch ein Videokunstwerk und die dazugehörigen Bilder. Im Schaufenster der Fleischerei Mayer wurde dazu ein Fernseher installiert. „Kansai is like Campania“ nennt die Künstlerin das Werk. „Als ich nach Japan reiste, hatte ich am wenigsten damit gerechnet, dass es mich an Italien erinnern würde“, sagt Rona Rangsch lachend. „Doch so war es. Also habe ich versucht, die Parallelen der beiden Regionen darzustellen.“

Nudelessen in Japan und Italien

So zeigt das Video, wie man in Japan Nudeln isst und wie in Italien. Außerdem stellt die Bilderreihe die beiden so ähnlichen Orte im Vergleich dar - ohne Beschriftung. „Das fällt mir wirklich schwer, zu sagen, welches Bild aus Italien stammt, und welches aus Japan“, muss der Ruhrorter Günter Gromowski zugeben.

In der ehemaligen Schuhmacherei zeigt Fritz Haubner Malerei. Den Friseursalon schmücken Skulpturen aus Holz von Jochen Duckwitz sowie patchworkartige Stoffarbeiten von Angelika Stienecke. Barbara Koxholt hat in der alten Kneipe, in der sowohl Sanitäranlagen offen liegen als auch Gegenstände von der Decke hängen, ihr Werk „Innocence“ – Unschuld – installiert: ein weißes, langes Kleid aus Seide, in das Mottenmotive geschnitten wurden. „Der Kontrast des Kleids zum Raum ist einfach perfekt“, findet Koxholt.