Stahlwerke sind in Duisburg Hoffnungsträger für Arbeitsmarkt

Willi Mohrs
Hoffnungsträger Stahl. Im Bild das Walzwerk von Thyssen-Krupp in Duisburg-Bruckhausen.
Hoffnungsträger Stahl. Im Bild das Walzwerk von Thyssen-Krupp in Duisburg-Bruckhausen.
Foto: WAZ FotoPool
Ulrich Käser, Chef der Agentur für Arbeit in Duisburg, hofft auf neue Arbeitsplätze durch eine wachsende Stahlindustrie im Jahr 2014. Das vergangene Jahr, durchzogen von massiven Arbeitsplatzverlusten sowie langwierigen Neuansiedlungen, bewertet er als schwierig. Eine Entspannung ist noch nicht zu erwarten.

Duisburg. Hoffnungsträger im neuen Jahr ist für Ulrich Käser vor allem die Stahlindustrie: Gehe es der wichtigsten Duisburger Branche wieder besser, profitiere davon auch der Arbeitsmarkt wieder spürbar, erklärte der Chef der Agentur für Arbeit gestern. Dennoch ist er mit seiner Prognose für 2014 eher vorsichtig: „Ich gehe nach wie vor von einer schwierigen Arbeitsmarktlage aus.“

Neben der Stahlkonjunktur können nach Käsers Einschätzung auch weitere Neuansiedlungen wie etwa Audi und VW im Hafen für Belebung sorgen. Oder auch „Sonderprogramme“ für Regionen mit anhaltenden Arbeitsmarktproblemen.

Unterbeschäftigtenquote gestiegen

2013 beurteilt Käser rückblickend als „schwieriges Jahr“, geprägt von massiven Arbeitsplatzverlusten. Beispiele: Stellenabbau bei Thyssen-Krupp Steel,Werksschließungen bei TSTG (Schienenwerk in Bruckhausen), RHI (Feuerfestproduzent in Wanheimerort) und ISE (Automobilzulieferer in Huckingen). Außer im Logistikbereich seien im abgelaufenen Jahr kaum neue Stellen geschaffen worden. Auch Beschäftigungsimpulse durch Neuansiedlungen im Handel wie etwa die beiden Möbelzentren (Ostermann in Meiderich, Höffner am Hauptbahnhof und Factory Outlet Center in Hamborn/ Marxloh) ließen weiter auf sich warten. Für 2014 komme er daher nur einer „verhaltenen Einschätzung“, sagte Käser.

„Saisontypisch unspektakulär“ stufte der Agentur-Chef den Jahresausklang am Duisburger Arbeitsmarkt ein. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Dezember um 112 auf 30.691, das sind 610 mehr als Ende des Jahres 2012, während die Arbeitslosenquote mit 12,5 % unverändert blieb (nach 12,3 % Ende 2012).

Dazu kommen allerdings noch die Personen, die nicht als arbeitslos gezählt werden, sondern als „unterbeschäftigt“ gelten, also in Qualifizierungen und anderen Maßnahmen tätig sind. Deren Zahl lag am Jahresende bei 8847, die Unterbeschäftigtenquote bei 16 % (Vorjahr: 15,5 %).

Wintereinbruch könnte Außenberufe gefährden

Eine „fehlende Dynamik“ beklagt Käser bei der Rückkehr von Arbeitslosen in einer Erwerbstätigkeit. 1262 Personen konnten im Dezember vermittelt werden, 112 oder 8,2 % weniger als Ende 2012. Käser: „2014 kann da eigentlich nur besser werden.“ Zumal auch die Zahl der offenen Stellen zu wünschen lässt. 724 neue ungeförderte offene Arbeitsplätze wurde im Dezember gemeldet. Im November waren es noch 774, im Dezember 2012 gar noch 1047. Auch der Bestand an Stellenangeboten ist rückläufig und lag Ende Dezember mit 2498 um 1,7 % unter dem Vormonat und 14,1 % unter dem Vorjahreswert.

Für den Januar erwartet Käser keine Entspannung am Arbeitsmarkt, zumal ein Wintereinbruch mit Auswirkungen auf die Außenberufe noch keineswegs auszuschließen ist. Zudem schlagen sich die Quartalskündigungen zum Jahresende erst in den Zahlen für Januar nieder.