Städte wollen Bahnstrecke Ratingen-Duisburg wiederbeleben

Die Ratinger Weststrecke soll wieder für den Personenverkehr reaktiviert werden.
Die Ratinger Weststrecke soll wieder für den Personenverkehr reaktiviert werden.
Foto: Hans Blossey
  • Die Ratinger Weststrecke, auf der derzeit nur Güterzüge rollen, soll für Personenzüge reaktiviert werden
  • Das fordern Duisburg, Düsseldorf, Ratingen, der Kreis Mettmann und der VRR in einer „Wedauer Erklärung“
  • Die Reaktivierung würde rund 70 Millionen Euro kosten. Bis April 2017 soll ein Zukunftskonzept stehen

Duisburg.. Seit 33 Jahren ist hier kein Personenzug mehr entlang gefahren: Die Ratinger Weststrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg dient nur noch dem Güterzugverkehr. Das soll sich wieder ändern. Die Städte Duisburg, Düsseldorf, Ratingen, der Kreis Mettmann und der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) wollen die Strecke für den Personennahverkehr wieder reaktivieren. In einer am Montag unterschriebenen „Wedauer Erklärung“ fordern sie das NRW-Verkehrsministerium auf, „eine regional dringend notwendige, durchgängige Bahnverbindung von Düsseldorf über Ratingen nach Duisburg zu ermöglichen“.

Strecke wäre ein Ersatz für den Entenfang-Express

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link betonte, dass dies „keine lokalpolitische Entscheidung“ ist, sondern nur gemeinsam zu schaffen sei. Für Duisburg sei die Reaktivierung der Strecke wichtig mit Blick auf das Großbauprojekt in Wedau. „Der Sportpark-Duisburg und die Stadtteile Bissingheim und Wedau profitieren von dieser Bahnverbindung, die dauerhaft die jetzige RB 37 – Entenfang-Express im Volksmund genannt – ersetzt. Für die Entwicklung des Duisburger Südostens und die kurze Anbindung an Düsseldorf ist diese Strecke dringend notwendig“, sagte Link bei der Unterzeichnung der Erklärung. Diese sei „ein Meilenstein“ auf dem Weg zur Ratinger Weststrecke.

Die Investitionskosten liegen bei rund 70 Millionen Euro

Noch steht das Projekt am Anfang. Aber es hat gute Chancen auf Erfolg, sind sich die Vertragsunterzeichner sicher. 2012 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ende 2015 wurde das Vorhaben durch den VRR beim Land zur Aufnahme in den künftigen ÖPNV-Bedarfsplan 2017 angemeldet. Bis April nächsten Jahres soll ein Zukunftskonzept entwickelt sein. Die Ratinger Weststrecke gehört zu einer der am stärksten befahrenen Güterverkehrsstrecken Deutschlands. Personenverkehr findet derzeit nur auf der Strecke Duisburg Hbf – Wedau – Bissingheim – Entenfang (RB37) statt. Das Zielkonzept sieht einen S-Bahnbetrieb im 20-Minuten-Takt vor. Erforderliche Maßnahmen sind fünf neue Stationen und ein abschnittsweiser Neubau eines zusätzlichen Gleises. Die Investitionskosten würden bei rund 70 Millionen Euro liegen.

Täglich pendeln zehntausende Menschen in der Region, die Autobahnen sind überlastet. Durch die Reaktivierung der Ratinger Weststrecke erhoffen sich der Kreis Mettmann, Ratingen und Düsseldorf eine Verlagerung der Pendlerströme auf die Schiene und Duisburg eine gute Anbindung des neuen Wohn- und Gewerbegebiets in Wedau. Letztes sei ein „weiteres gutes Argument“ für die Weststrecke. „Der neue Standort braucht eine regionale Schienenanbindung“, betont Thomas Lennertz, Geschäftsführer der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft.

Zu früh für eine Prognose

Wie viele Pendler die Strecke wirklich nutzen würden, darüber gibt es noch keine offiziellen Prognosen. „Meistens wechseln Pendler bei einer neuen Strecke von einer anderen rüber. Für eine Kalkulation ist es noch zu früh“, sagte Martin Husmann, Vorstandssprecher des VRR auf Nachfrage. Die Städte sind jedenfalls überzeugt, dass es eine Menge sein werden. „Wir haben täglich eine Millionen Fahrten raus aus Düsseldorf“, erklärte Dr. Stephan Keller, Beigeordneter der Stadt Düsseldorf. 80 Prozent davon würden mit dem Auto erledigt.

 
 

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