Stadtwerke-Gewinn bricht ein

Zumindest der Stadtwerketurm ist noch ganz eindeutig im „Grünen Bereich“. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Zumindest der Stadtwerketurm ist noch ganz eindeutig im „Grünen Bereich“. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Die Stadtwerke Duisburg werden weniger Gewinn machen als erwartet: Das Unternehmen geht davon aus, dass 2012 unterm Strich rund 30 Mio Euro erwirtschaftet werden, mit 41 Mio hat man bisher gerechnet.

Ursache für die Ergebnisverschlechterung sind im wesentlichen Effekte, die von den Entwicklungen des Energiemarktes ausgehen“, erklärte gestern Vorstandsvorsitzender Dr. Hermann Janning. Vor allem die Stromerzeugung bringe weniger Geld ein „wegen des seit Anfang des Jahres deutlich fallenden Strompreisniveaus an der Energiebörse“. Zugleich blieben aber die Kosten für den Bezug des Kraftwerksbrennstoffs Gas auf einem hohen Niveau. Auch der Wettbewerbsdruck samt Preisverfall bei der Stromvermarktung bei Industriekunden wirke sich gewinnschmälernd aus.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind derzeit für Energieversorger mit eigenen Kraftwerken schwierig“, erklärt Technikvorstand Dr. Edmund Baer. „Duisburg bildet da keine Ausnahme.“ „Hinzu kommt“, kritisiert Janning die Bundesregierung, „dass bislang ein belastbarer Fahrplan der Bundespolitik für die Energiewende in Deutschland fehlt. Dies erschwert eine verlässliche Wirtschaftsplanung.“

Auswirkungen auf die DVV

Der Gewinnrückgang bei den Stadtwerken schlägt durch auf die Muttergesellschaft Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV). Für 2012 wird erwartet, dass sich das Ergebnis im Vergleich zu 2011 (-9,6 Millionen Euro) um rund 4 Mio Euro verschlechtert und sich auch in den folgenden Jahren nicht wesentlich verbessern wird. Marcus Wittig, DVV-Finanzchef, kündigte daher ein Maßnahmenpaket zur Kostensenkung an.

Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung will Siegbert Geitz von der Gewerkschaft Verdi nachhaken, wer die „katastrophalen Zahlen“ zu verantworten hat. 10 Mio Euro stünden für 100 bis 150 Arbeitsplätze, warnte er gegenüber der WAZ.

Auch die Haushaltsexperten in Politik und Stadtverwaltung müssen jetzt neu nachdenken, denn die Erträge der Stadtwerke dienen dem Ausgleich der DVG-Verluste, die sonst auf die Stadt zukämen.

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