Stadtwerke Duisburg betreiben Solaranlage

Willi Mohrs
So groß wie zwei Fußballfelder ist die Solaranlage auf einem Hallendach in Rheinhausen.
So groß wie zwei Fußballfelder ist die Solaranlage auf einem Hallendach in Rheinhausen.
Foto: Stadtwerke Duisburg
Die Anlage auf dem Logport-Gelände wurde aus einer Insolvenzmasse gekauft. Solar-Know-how soll auch privaten und gewerblichen Hausbesitzern angeboten werden.

Duisburg. Auch wenn die Stadtwerke Duisburg unruhige Zeiten erleben und einen Konsolidierungskurs fahren, wird weiter in Zukunft investiert: Das städtische Versorgungsunternehmen betreibt über ihr Tochterunternehmen Thermoplus die größte Photovoltaikanlage der Stadt. Erworben wurde sie aus einer Insolvenzmasse.

Es habe sich um ein „sehr wirtschaftliches Angebot“ gehandelt, erläuterte Stadtwerke-Sprecher Thomas Nordiek die Neuerwerbung. Dabei handelt es sich um eine Anlage auf dem Dach einer großen Halle auf dem Logport-Gelände in Rheinhausen, die von Duisport an ein Logistikunternehmen vermietet ist. Seit 2007 sind die dortigen Solarpaneele zur Stromgewinnung in Betrieb.

Rund 18.500 Solarmodule sind auf dem Dach einer Speditionsfirma im Logport auf einer Fläche von etwa 13.000 Quadratmetern mit einer Leistung von 1,2 Megawatt installiert. Die für die Energiegewinnung nutzbare Fläche entspricht der Größe von zwei Fußballfeldern. Bislang erzeugte die Anlage pro Jahr etwa 800.000 Kilowattstunden Strom, womit etwa 220 Haushalte mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3600 Kilowattstunden versorgt werden könnten.

Stadtwerke sehen Kauf nicht im Widerspruch zum Konsolidierungskurs

„Von der Investition in die Photovoltaikanlage erwarten wir eine gute Rendite, die der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens zugutekommt“, betont Christof Schifferings, Technik-Vorstand der Stadtwerke Duisburg. Der Kauf stehe daher nicht im Widerspruch zum aktuellen Konsolidierungskurs des Unternehmens. „Dort, wo wir regenerative Energien für uns betriebswirtschaftlich sinnvoll nutzen können, werden wir uns gezielt engagieren und damit auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Weitere konkrete Projekte stehen beim städtischen Versorger derzeit allerdings nicht auf der Agenda. Doch grundsätzlich bestehe Interesse sowohl an Photovoltaik als auch an Windkraft, heißt es bei den Stadtwerken.

Zunächst aber wird in den Bestand investiert: Um die Leistung der Logport-Anlage zu steigern, stehen derzeit einige Modernisierungsmaßnahmen vor: So werden defekte Module ausgetauscht sowie Stecker und Teile der Verkabelung erneuert. 900.000 Kilowattstunden sollen die Solarzellen künftig erzeugen, genug Strom für rund 250 Haushalte.

Für die verbleibenden zwölf Jahre Förderzeitraum nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) rechnen die Stadtwerke mit etwa 50 Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung. Im Anschluss bestehe die Möglichkeit, den Strom an Unternehmen auf dem Logport-Gelände zu verkaufen.

Dienstleistungen für Privat- und Gewerbekunden

Das technische Know-how im Bereich einer solchen Photovoltaik-Großanlage nutzen die Stadtwerke Duisburg auch für neue Dienstleistungen für Privat- und Gewerbekunden. So bietet das Unternehmen seinen Kunden Komplettlösungen für Solaranlagen an – von der Beratung über die Planung bis zur Installation. Möglich macht das eine Kooperation mit regionalen Experten im Bereich Photovoltaik und Speicher­technologien. „Unser Ziel ist es, den Kunden stärker beim Management erneuerbarer Energien zu begleiten – von den Erzeugungsanlagen über die Eigennutzung des Stroms bis zur Vermarktung durch die Netzeinspeisung“, sagt Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Marcus Wittig.

Ob sich eine Solaranlage auf dem Dach des privaten Hauses lohnt, lässt sich im Internet erkunden. Unter stadtwerke-duisburg.de/energiedienstleistungen/solarpotenzialanlayse.html zeigt eine Solarpotenzialanalyse nach Eingabe von Dachfläche, Ausrichtung und Neigung des Daches, ob sich Stromerzeugung oder Warmwassergewinnung lohnt.