Stadtwerke-Boss Janning vor dem Abschied

Oliver Schmeer
Dr. Hermann Janning, Vorsitzender der Geschäftsführung Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH steht offenbar vor dem Abschied.
Dr. Hermann Janning, Vorsitzender der Geschäftsführung Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH steht offenbar vor dem Abschied.
Foto: A.Mangen / waz
Der Vorstandschef der Stadtwerke Hermann Janning ist in heftige Kritik geraten. Die Vorwürfe aus der Arbeitnehmerschaft in den Aufsichtsräten könnten ihn den Posten kosten. Kurz nach seiner Wiederwahl im Frühjahr kündigte Janning überraschend Gewinnrückgangsmeldungen im Konzern an.

Duisburg. Ein rasanter Fall: Erst am Montag geriet Stadtwerke-Boss Hermann Janning öffentlich unter Beschuss, schon am Mittwoch könnte sein Rückzug aus dem Stadtkonzern bekannt gegeben werden.

Nach harten Vorwürfen aus der Arbeitnehmerschaft in den Aufsichtsräten und intensiven Gesprächen zwischen Vorständen, Aufsichts- und Betriebsräten am Dienstag soll es am Mittwoch Verlautbarungen geben.

Und die werden, so heißt aus Kreisen der Aufsichtsräten und aus dem Stadtkonzern, wohl das Ausscheiden des 63-Jährigen anbahnen, der erst im Frühjahr für vier weitere Jahre bis Ende 2016 wiedergewählt worden war.

Heftige Kritik an Janning

Das Verhältnis zwischen Arbeitnehmervertretern und dem Vorstandschef scheint nicht mehr reparabel zu sein. Das zeigten offenbar auch die gestrigen Gespräche. Auslöser des Konfliktes sind die überraschenden Gewinnrückgangsmeldungen die Janning kurz nach seiner Wiederwahl verkündet hatte, nachdem es zuvor noch Rekordergebnisse gegeben hatte. Das Misstrauen sei seitdem so groß, so dass das angekündigte Sanierungsprogramm von 30 Millionen Euro der Stadtwerke, das zur Hälfte aus Personalkostenabbau stammen soll, in der jetzigen Konstellation mit Janning unmöglich mit den Arbeitnehmervertretern zu verhandeln sei.

Zugleich ist aus Stadtwerke-Kreisen aber zu hören, dass es in dem Konflikt vor allem um Jannings fehlende Präsenz in der Stadtwerke-zentrale an der Bungertstraße geht. Gerade jetzt müsse der „Kapitän aber an Bord sein“. Zu sehr sei Janning mit der Steag-Beteiligung beschäftigt.

Sorgen um den Haushalt

Bis in die Führungsebene soll die Kritik an Janning reichen. Sprich: Nicht nur Personalräte kündigen die Gefolgschaft, sondern auch die anderen Vorstände. „Das Unternehmen braucht jetzt aber Führung“, heißt es aus dem Aufsichtsrat. Dort sorgt man sich auch um die wichtigen Gewinn-Millionen für den städtischen Haushalt.

Die Überlegungen gehen schon in die Nach-Janning-Zeit: Der Posten soll möglicherweise nicht wieder besetzt werden: Mit dem Manager-Quartett Wittig und Karpathy (DVV) sowie Gösling und Schifferings (Stadtwerke) sei der Stadtkonzern gut aufgestellt.