Stadtplaner wollen wissen, wie sich die Duisburger bewegen

Duisburgs Stadtplaner wollen wissen, wie sich die Bürger in der Stadt bewegen. 20 000 Duisburger werden dafür bald angeschrieben.
Duisburgs Stadtplaner wollen wissen, wie sich die Bürger in der Stadt bewegen. 20 000 Duisburger werden dafür bald angeschrieben.
Foto: Daniel Karmann
Die Stadt bittet um Teilnahme an einer großen Verkehrsstudie. Fragebögen werden ab der kommenden Woche an 20 000 Haushalte verschickt.

Duisburg.. Wie mobil ist der Duisburger, fährt er Bus, Bahn, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto? 20 000 zufällig ausgewählte Haushalte bekommen ab der kommenden Woche einen Fragebogen zugeschickt, in dem die Befragten für einen Stichtag berichten sollen, wie sie in der Stadt unterwegs sind. Man kann sich denken, wozu die Stadt die anonymisierten Daten braucht: Für ihre Verkehrsplanung der Zukunft. Und die soll besser werden.

Denn die Vergangenheit ist ziemlich alt. 15 Jahre liegt die letzte Untersuchung zurück, die davor, stammt aus der Mitte der 80-er Jahre. 2000 waren 53 Prozent mit dem Auto unterwegs (1984-86: 47 %), 11 Prozent mit Bus & Bahn (12 %), 8 Prozent mit dem Rad (8 %) und 28 Prozent zu Fuß (33 %). Wer also moderne Verkehrsplanung machen will, sei es für den Nahverkehr oder für das Radwegenetz, benötigt aktuelle Daten. „Wir brauchen eine positive Resonanz auf die Umfrage“, bittet Duisburgs Bau- und Verkehrsdezernent Carsten Tum um Mithilfe. Mindestens 6000 Teilnehmer braucht die Studie, um repräsentativ zu sein. „Wir wollen wissen, wie sich die Duisburger in der Stadt bewegen, wie kommen sie zur Arbeit, oder in die Stadt“, erklärt Tum.

Alle Wege zur Arbeit oder in die City

Stadtplaner Arne Lorz weiß, dass sich das Mobilitätsverhalten in den vergangenen Jahren stark geändert und deutlich aufgefächert hat; Leihräder erfahren zum Beispiel einen Boom, immer mehr Menschen pendeln zwischen Bus und Rad; zugleich hat die Zahl der Pkw in den vergangenen Jahren zugenommen, bundesweit von rechnerisch 1,1 auf 1,3 Autos pro Haushalt. Zugleich erwartet Lorz, dass die Zahl der Fahrradfahrer angestiegen ist: „Das Mobilitätsverhalten hat sich gefühlt verändert, wir wissen nur nicht wie genau.“

Der Duisburger, das unbekannte Mobilitätswesen also. Das soll die Umfrage ändern: Dazu muss die Stadt natürlich anonym wissen, wo die Befragten wohnen, wie alt sie sind, ob berufstätig oder nicht, ob sie ein Auto haben und welche Verkehrsmittel sie wie häufig benutzen. Außerdem können die Befragten Noten von 1 bis 6 vergeben, wie sie das Angebot des Nahverkehrs oder das Radwegenetz in ihrem Wohnumfeld bewerten.

Etwas komplizierter sind die gewünschten Angaben, wie, warum und wie lange die Befragten zu einem beliebigen Stichtag, den sie selbst auswählen und eintragen können, unterwegs sind, und dies an einem der Werktage von Montag bis Freitag. Heißt: „Dieter Duisburg“ fährt z.B. am Montag, 7. September, mit dem Auto morgens eine halbe Stunde zur Arbeit, nachmittags mit dem Rad ins Grüne und geht abends zu Fuß ins Kino.

Bei 6000 und tunlichst mehr Datenpaketen bekommen die Statistiker auf diese Weise ein repräsentatives Bild der Mobilität auf allen Wegen, mit den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln zu unterschiedlichen Zeiten. Bis Ende des Jahres sollen erste Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. 75 Prozent der Kosten trägt der Land.

Bitten zum Mitmachen alleine genügt nicht: Deshalb kommen alle Teilnehmer in einen großen Lostopf für viele Preise, vom i-Pad über Zoo-Karten bis zum Thermen-Besuch. Und wer online mitmacht, bekommt 4,85 Euro überwiesen.

Antworten auf allen Kanälen

Die 20 000 Umfragebögen kommen mit der Post und können im Freiumschlag zurückgeschickt werden. Je nach Rücklauf startet nach den Herbstferien eine dritte Welle der Zusendungen.

In dem Anschreiben mit Erklärungsbrief erhalten die Adressaten auch einen Zugangscode, falls sie den Fragenbogen online ausfüllen wollen. Auch eine telefonische Teilnahme an der Studie ist möglich.

 
 

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