Stadtplaner denken über neue Rheinbrücke in Duisburg nach

Logport 2 könnte über eine Rheinbrücke mit Logport 1 verbunden werden.
Logport 2 könnte über eine Rheinbrücke mit Logport 1 verbunden werden.
Foto: Hans Blossey
Im Vorentwurf für den neuen Flächennutzungsplan blicken die Stadtplaner weit über den Tag hinaus und denken über einen Brückenschlag zwischen Logport I und II nach.

Duisburg.. Die kühne Idee für eine neue Rheinbrücke platzieren Duisburgs Stadtplaner im Konzeptpapier zum neuen Flächennutzungsplan (FNP). Sie soll die beiden Logistik-Standorte Logport I in Rheinhausen und Logport II in Wanheim miteinander verbinden. Die Verbindung ist Teil der sogenannten „Logistikdiagonale“ zur Lenkung des Schwerlastverkehrs zwischen dem ehemaligen Krupp-Gelände, der A 40, A 3 und A 57.

Die Reaktionen kommen mit Verzögerung, geschuldet wohl den hunderten Seiten Umfang, auf denen als „Strategie für Wohnen und Arbeiten“ ein Vorentwurf für den FNP formuliert wird. „Wichtiges Entwicklungsziel ist die Realisierung fehlener Teilstücke der Logistikdiagonale. Dafür wird eine neue Rheinquerung vorgeschlagen, deren genauer Standort erst auf der nachfolgenden Planungs- und Fachebene geklärt werden kann“, heißt es im Bezirkssteckbrief für den Duisburger Süden. Außerdem sei die Anbindung an die B 288 über den „Mannesmannacker“ maßgeblich.

Aufschrei in der südlichen Bezirkspolitik

Dass in der beigefügten Karte nicht etwa eine Brücke zwischen den beiden Logport-Flächen eingezeichnet ist, sondern nur ein etwa zwei Kilometer breiter „Suchraum“ entlang des Rheins, tut jedenfalls dem Aufschrei in der südlichen Bezirkspolitik keinen Abbruch. „Irreal und absurd“, nennt der Wanheimer Hartmut Ploum diesen Vorschlag. Der Brückenschlag, so argwöhnt der stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Südfraktion, könne durch das ohnehin mit Güterbahnverkehr stark belastete Alt-Wanheim führen, oder ein Abriss der denkmalgeschützten „Beamtensiedlung“ an der Schulz-Knaudt-Straße drohen. Sinn macht eine solche Verbindung für die rechtsrheinischen Sozialdemokraten nur südlich der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann.

Die 2027-Planer um Arne Lorz, den Abteilungsleiter Stadtplanung, registrieren die Aufregung mit Interesse. „Wir wollten eine Diskussion auslösen, haben das Spiel gespielt: Alles darf gedacht werden“, sagt Ralf Zigan, der stellv. Projektleiter. Die Idee sei, auch Gedanken ohne Chance auf kurzfristige Realisierung Raum zu geben. Festgehalten sei nicht mehr als „eine Vision“.

Ein ernsthafter Gedanke

Dahinter stehe gleichwohl ein sehr ernsthafter Gedanke, betont Arne Lorz: „Wenn die Menschen mit dem zunehmenden Verkehr in dieser Stadt umgehen sollen, dann muss in die Infrastruktur investiert werden.“ Allerdings sei bisher weder die Entlastungswirkung einer weiteren Brücke, noch eine Linienführung geprüft worden.

So wird die neue Rheinquerung vorerst ein strategischer Gedanke bleiben, der sich im neuen Flächennutzungsplan noch nicht wiederfindet.

Das gilt auch für andere Planungen, die weit über den Tag hinaus reichen. „Im Konzept stehen auch auch unsere Überlegungen, die Straßenbahn nach Rheinhausen zu führen. Das hat wohl bisher noch niemand bemerkt“, vermutet Ralf Zigan.

IHK: Eine gute Idee

„Frühzeitig planen, wie man mit der Verkehrsentwicklung klarkommt, das ist eine gute Sache“, meint Ocke Hamann, der Fachmann für Verkehr bei der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Natürlich liege der Fokus in den nächsten Jahren auf der Sanierung der bestehenden Brücken. „Der Zustand macht mir Angst“, sagt Hamann mit Blick auf die Dauerbaustelle an der Neuenkamper A40-Querung und dem Zeithorizont für den Neubau, der nicht vor Anfang des nächsten Jahrzehnts erfolgen soll. Wenig besser sieht es mit dem Ersatz für die Uerdinger Rheinbrücke aus. „Hier muss die Planung beschleunigt, die Bauzeit dringend verkürzt werden“, fordert der Mann von der IHK.

Auch zusätzliche Verkehrswege werde Duisburg benötigen. „Die Verkehrsmengen in der Stadt werden stärker steigen als im Landesdurchschnitt.“

Der Ausbau der Logistik-Diagonale mit einer RheinQuerung zwischen den beiden großen Logport-Standorten auf beiden Rheinseiten sei deshalb sinnfällig. „Da fehlt eine Verbindung“, so Ocke Hamann, „deshalb ist das eine gute Idee.“

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