Stadt schickt mehr Putzkolonnen in Duisburger Problemviertel

Wilde Müllkippen wie hier auf der Hochfeldstraße bringen die Wirtschaftsbetriebe auf den Plan. Sie wollen in Hochfeld und Marxloh  häufiger reinigen.
Wilde Müllkippen wie hier auf der Hochfeldstraße bringen die Wirtschaftsbetriebe auf den Plan. Sie wollen in Hochfeld und Marxloh häufiger reinigen.
Foto: Udo Milbret
  • Die Stadtreinigung führt für in Hochfeld und Marxloh neue Reinigungsklassen an
  • Wilde Müllkippen und verdreckte Gehwege in Vierteln mit vielen Problemimmobilien und Zuwanderern
  • Reinigungstrupps kommen künftig bis zu viermal in der Woche. Das wird teurer für die Hauseigentümer

Duisburg. Die Wirtschaftsbetriebe (WBD) wollen in Hochfeld in Problembereichen beidseits der Wanheimer Straße künftig häufiger Straßen und Gehwege reinigen. Damit reagieren die Stadtreiniger auf oft beklagte Gerümpelecken, wilde Müllkippen und Verschmutzungen in den Wohnvierteln. In der Bezirksvertretung Mitte stellte die Stadt am Donnerstag die Änderung der Straßenreinigungssatzung vor.

Müllkippen und verdreckte Gehwege

Für die erhöhten Reinigungsintervalle erschaffen die Wirtschaftsbetriebe extra neue Reinigungsklassen. Besentrupps und Bürstenwagen sollen dann bis zu viermal in der Woche unterwegs sein. Im Visier haben die WBD dabei Bezirke in den Stadtteilen Hochfeld und Marxloh. Dort sei, so die Wirtschaftsbetriebe, „in den vergangenen beiden Jahren eine deutliche Verschlechterung der Sauberkeit im öffentlichen Raum zu verzeichnen“ – Folge von „stark veränderten Lebens- und Freizeitgewohnheiten“.

Dahinter steckt, dass in Hochfeld wie Marxloh bekanntlich vor allem die Zahl der Zuwanderer aus Südosteuropa stark zugenommen hat. Auch die mit vielen Bewohnern belegten „Problemimmobilien“ häufen sich in den beiden Stadtteilen. Neben wilden Müllkippen gebe es auch immer mehr Straßenverschmutzungen, so die WBD. Derart, dass „die Zustände in einigen Straßen sowohl unter dem Aspekt der Hygiene als auch unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit nicht länger hinnehmbar“ seien. Daraus ziehen die Wirtschaftsbetriebe die Konsequenz, dass sie ganze Viertel den neuen Reinigungsklassen zuordnet.

In den Straßenbereichen westlich der Wanheimer Straße (siehe Grafik) soll es ab 2017 viermal in der Woche eine Gehweg-Reinigung geben, zweimal in der Woche kommt zudem der Reinigungswagen. Auf der anderen Straßenseite soll es zweimal in der Woche je die Gehweg- und Straßenreinigung geben. Dabei soll der Schwerpunkt auf „manuelle Gehwegreinigung“ gelegt werden.

Neue Reinigungsklassen haben ihren Preis

Die neuen Reinigungsklassen „K“ und „J“ haben ihren Preis: Viermal Gehweg-, zweimal Straßenreinigung (K) in der Woche kostet den Hauseigentümer westlich der Wanheimer Straße künftig 23,84 Euro pro laufenden Meter, in der Klasse „J“ für zweimal Gehweg- und zweimal Straßenreinigung sind es 14,92 Euro pro Meter. Für ein Mehrfamilienhaus mit 15 Metern Frontlänge führt das laut WBD-Beispielrechnung zu 80,40 Euro pro Jahr höheren Gebühren, in der Klasse „K“ zu 214,20 Euro pro Jahr – bei sechs Mietparteien wären das 2,98 Euro pro Wohnung und Monat mehr.

 
 

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