Stadt Duisburg schickt 6000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub

Oliver Schmeer
Das Rathaus macht vom 27. bis 30. Dezember Betriebsferien. Nur Notdienste sind besetzt.
Das Rathaus macht vom 27. bis 30. Dezember Betriebsferien. Nur Notdienste sind besetzt.
Foto: Grafik und Montage: Gerd Bertelmann
Es hat zwar weniger mit freundlichen Chefs zu tun, aber der ein oder andere Stadt-Mitarbeiter wird sich bestimmt trotzdem freuen. Das Rathaus schickt rund 6000 Mitarbeiter zwischen den Feiertagen in den Zwangsurlaub. Der Grund dafür ist einfach: Die Stadt will so rund 100.000 Euro einsparen.

Duisburg. Das Rathaus schickt in diesem Jahr erstmals den Großteil seiner 6200 Mitarbeiter vom Oberbürgermeister Sören Link bis zum Sachbearbeiter in den Bezirksämtern in den Zwangsurlaub.

Vom 27. bis 30 Dezember sind alle Amtsstuben bis auf wenige Notdienstler abgeschlossen, wird die Heizung herunter- und das Licht abgedreht.

Egal ob durch angefallene Überstunden oder Urlaub, die Mitarbeiter des Rathauses werden „zwischen den Jahren“ keinen Dienst schieben. Was Städte wie Gelsenkirchen schon seit längerem eingeführt haben, hat nun auch in Duisburg Premiere: „Zwangsurlaub“ zwischen Weihnachten und Neujahr. Das hat weniger mit freundlichen Chefs zu tun, die ihren Mitarbeitern ein paar Tage mit der Familie gönnen, sondern hat handfeste wirtschaftliche Ursachen.

Überstunden und Resturlaub

Die Stadt will auf diese Weise 100.000 Euro sparen. So steht es zumindest in dem Ratsbeschluss aus dem Sparpaket. Da sind zum einen geringere Heizkosten und Stromkosten, die zu Buche schlagen. Zum anderen muss die Stadt nicht so viele Rücklagen im nächsten Jahr für Überstunden und Resturlaub bilden, was sich ebenfalls auf die Etat-Kennzahlen im Personalbereich positiv auswirkt. Ohnehin: Die langjährigen Erfahrungen zeigen, dass es zwischen den Jahren auch deutlich weniger Bürgeranfragen und Besuche auf den Ämtern gibt.

Betroffen sind knapp 6000 Mitarbeiter der Verwaltung. Rund 250 werden trotz der Zwangspause zwischen den Jahren arbeiten, davon allein 110 Philharmoniker, die nach Weihnachten weiter für das Neujahrskonzert proben müssen.

Diverse Notdienste

Einen Notdienst für dringende Fälle gibt es beim Jugend-, beim Ordnungs-, Standes- und beim Sozialamt. Auch das Call-Center ist mit einem Rest-Team besetzt. Und natürlich bleibt die städtische Feuerwehr im Einsatz. Das gilt natürlich auch für die Wirtschaftsbetriebe mit der Müllabfuhr, der Straßenreinigung und dem Winterdienst. Die Standesämter haben für die Anmeldung von Sterbefällen und Geburten einen Notdienst im Standesamt West (Rheinhausen, Körnerplatz) am 27. und 28. Dezember in der Zeit von 8 bis 16 Uhr eingerichtet.

Die Kulturbetriebe der Stadt halten Ihren Dienstbetrieb zwischen Weihnachten und Neujahr wie gewohnt aufrecht und sorgen dafür, dass alle Veranstaltungen stattfinden können. Informationen zu den Öffnungszeiten oder den Spielplänen stehen im Internet unter www.duisburg.de/micro2/kulturbetriebe.