Stadt Duisburg rechnet mit 13.800 Abnehmern von Sozialtickets

Die Stadt Duisburg rechnet mit 13.800 Abnehmern für das Sozialticket. Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt Duisburg rechnet mit 13.800 Abnehmern für das Sozialticket. Foto: WAZ FotoPool
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Bald entscheidet der Stadtrat, ob sich Duisburg an der Pilotphase für das umstrittene neue Sozialticket beteiligt. Die Einführung würde indirekte Zusatzkosten für die Stadt bedeuten. Die Verwaltung hat jetzt erstmals konkrete Zahlen ermittelt.

Duisburg.. An dem geplanten Sozialticket gibt es reichlich Kritik. Doch ob der Preis von 29,90 Euro für Hilfeempfänger zu teuer oder die mögliche Belastung für die Stadt zu hoch ist: Wohl niemand in Duisburg wird der Totengräber dieses Tickets sein wollen.

Am 14. September wird der Rat bei einer Sondersitzung entscheiden müssen, ob Duisburg ab November bei der 14-monatigen Pilotphase dabei ist oder nicht. Als Grundlage für die Entscheidung hat die Verwaltung jetzt erstmals Zahlen ermittelt.

Indirekte Kosten

In dem siebenseitigen Papier, das der NRZ vorliegt, wird klar: Das Ticket darf die Stadt nichts kosten, es verursacht aber indirekte Kosten. Und sollten die vom Verkehrsministerium zur Verfügung gestellten 45 Mio Euro doch nicht reichen, muss die Stadt das Defizit ausgleichen. Deshalb weist das Innenministerium auch darauf hin, dass jede Nothaushaltskommune auf Basis „einer eigenen Risikoabschätzung eigenverantwortlich zu entscheiden“ habe.

Nach den Berechnungen würden die Verkehrsunternehmen durch den neuen Tarif bis zu 900.000 Euro weniger einnehmen. Die Summe soll der Fördertopf auffangen.

Kein zusätzliches Personal

Allerdings entstehen auch Verwaltungskosten. Die Behörden wie Sozial-, Jugendamt und Jobcenter müssen den Berechtigen einen Nachweis ausstellen. In Duisburg haben 98.695 Menschen einen Anspruch auf das Ticket. Die Stadt rechnet damit, dass 14 Prozent das Ticket in Anspruch nehmen. Ein Drittel müssen sich ans Jugend- und Sozialamt wenden, was bei 4145 Personen laut Musterrechnung einen Aufwand von 1382 Arbeitsstunden verursacht. Beim Jobcenter wären es doppelt so viele.

Doch zusätzliches Personal wird es nicht geben. Wie es in dem Papier heißt, soll der Aufwand durch „innerorganisatorische Maßnahmen kostenlos aufgefangen“ werden. „Wir werden das aus der Substanz leisten müssen“, sagte Jobcenter-Chef Norbert Maul gestern der NRZ. „Sorge habe ich vor der ersten Welle der Anträge, wenn das Ticket eingeführt wird“.

 
 

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