Stadt Duisburg mit Titel "Fairtrade Town" ausgezeichnet

Ende Oktober bekam Oberbürgermeister Sören Link (2. v.l.) von Benjamin Drösel (2. v.re.) das begehrte Zertifikat überreicht.
Ende Oktober bekam Oberbürgermeister Sören Link (2. v.l.) von Benjamin Drösel (2. v.re.) das begehrte Zertifikat überreicht.
Foto: Lars Heidrich
Seit beschlossen wurde, den Titel einer fairgehandelten Stadt anzustreben, hat sich in Duisburg einiges getan: Die Stadt darf sich nun „Fairtrade Town“ nennen, weil am Mittwoch die gesamte Metropole Ruhr ausgezeichnet wurde. Dafür musste der Einzelhandel Fairtrade-Produkte anbieten und Schulen auf Fairtrade umstellen.

Duisburg.. Die Stadt Duisburg ist seit kurzem eine „Fairtrade Town“. Seit der Rat der Stadt vor knapp einem Jahr beschlossen hatte, dass Duisburg diesen Titel anstreben soll, ist viel passiert.

So viel, dass Benjamin Drösel von TransFair e.V. Ende Oktober Oberbürgermeister Sören Link, Dr. Rhibi Jousef, Leiter der Steuerungsgruppe und Martin Schaper von der Informationsstelle „Dritte Welt“ des Ev. Kirchenkreises das Zertifikat überreichen konnte.

Fünf Kriterien müssen erfüllt werden

Fünf Kriterien musste Duisburg dafür erfüllen. Die Politik musste es beschließen, aber gleichzeitig mit fairem Kaffee bei den Sitzungen des Stadtrates und der Ausschüsse als Vorbild voran gehen. Eine lokale Steuerungsgruppe koordinierte die Aktivitäten. Auch Einzelhandel und Gastronomie mussten Fairtrade-Produkte anbieten. Schulen und öffentliche Einrichtungen stellten zum Teil in ihren Kantinen und Mensen auf Fairtrade um. Was auf den Tisch kommt, ist nun oft fair gehandelte Ware. Und zu guter letzt sollen die lokalen Medien über den Weg zur fairen Stadt berichten.

Die Steuerungsgruppe. Sie war Dreh- und Angelpunkt auf den Weg zur fairen Stadt. „Die Steuerungsgruppe hat darauf hingearbeitet, dass die Kriterien erfüllt werden“, erklärt Dr. Ribhi Yousef, Leiter der Gruppe. In dem Gremium sind rund 20 verschiedene Duisburger Gruppen, Parteien und Abteilungen der öffentlichen Verwaltung involviert. Hinzu kommt 23 Akteure, die beim Bündnis „Fairtrade Town Duisburg“ aktiv sind. Sie alle haben auch dafür Sorge getragen, dass die Kriterien erfüllt werden. So muss Duisburg mit seinen knapp 500.000 Einwohnern nachweisen, dass 60 Einzelhandelsunternehmen und 30 Gastronomie-Betriebe faire Produkte im Angebote haben.

Insgesamt vertreiben über 160 Geschäfte und Supermärkte fair gehandelte Produkte. Darunter sind aber auch viele bekannte Discounter und Vollversorger. Das Groß in ihren Regalen ist weder Bio noch Fair Trade.

Transparenz durch Lieferanten-Porträts

Den großen Filialisten stehen kleine Einzelhändler und Märkte gegenüber, bei denen sich der ökologische und soziale Gedanke durch alle Regale zieht. So auch der Pro Biomarkt am Stapeltor 6, direkt gegenüber vom DGB-Haus. Das gesamte Sortiment ist durch die Öko-Kontrollstelle von Naturkost West zertifiziert, aber nur die wenigsten Produkte tragen das Fairtrade-Sigel. Auch die bekannte Fairtrade-Marke Gepa ist darunter. Dass auch mit den Erzeugern fair umgegangen wird, ist Ziel des Marktes. Transparenz schafft er durch Lieferanten-Porträts.

Gastronomie: Bei über 30 Cafés, Restaurants und anderen Gastronomiebetrieben stehen faire Produkte auf der Karte. Die Imbissbude Frittenwahn in Neudorf hat sich dem Bio-Gedanken voll und ganz verschrieben. Das Fairtrade-Sigel findet sich aber dort nur auf den Getränken. Das Fleisch bezieht Betreiberin Jacqueline Schneider von Neuland. Die Marke steht für „besonders artgerechte“ Haltung. Das Obst und Gemüse stammt von regionalen Produzenten. „Wir wollten keine Imbissbude betreiben, die Großhandelsware anbietet“, sagt Jacqueline Schneider. Das Konzept geht auf. Kunden aus der ganzen Umgebung essen bei den Neudorfern.

Schulen und öffentliche Mensen: Rund zehn verschiedene Einrichtungen beteiligten sich an der Aktion. Darunter beispielsweise das Krupp-Gymnasium, das Sophie-Scholl Berufskolleg oder die Cafeteria im Rathaus am Burgplatz. Aber auch alle Mensen und Cafés der Universität Duisburg-Essen, die das Studentenwerk betreibt, verkaufen längst faire Lebensmittel. „Wir haben schon lange eine Klientel, die diesen Bedarf hat“, erklärt Petra Karst, Sprecherin des Studentenwerks. So können Duisburger Studierende bereits seit zirka fünf Jahren unter anderem fairen Kaffee trinken.

„Tu gutes und sprich darüber“, lautet eine Redewendung. So sieht es auch TransFair e.V. und hat die Berichterstattung zum Kriterium gemacht. Denn: Am Mittwoch ist die gesamte Metropole Ruhr mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet worden. Einen Beitrag dazu hat auch Duisburg geleistet.

Eine Liste aller Geschäfte und Gastronomiebetriebe ist zu finden auf www.duisburg.de.

 
 

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