Stadt Duisburg kassiert bei Außengastronomie kräftig mit

Sobald die Außentemperaturen es zulassen, wie am vergangenen Wochenende, und die Menschen ihren Kaffee, ihr Bier oder ihr Essen unter freiem Himmel genießen, sitzt stets ein unsichtbarer Gast am Tisch, der mit abkassiert: die Kommune. Archivbild: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
Sobald die Außentemperaturen es zulassen, wie am vergangenen Wochenende, und die Menschen ihren Kaffee, ihr Bier oder ihr Essen unter freiem Himmel genießen, sitzt stets ein unsichtbarer Gast am Tisch, der mit abkassiert: die Kommune. Archivbild: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
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Duisburg. Wenn Gastwirte draußen, unter freiem Himmel servieren, kassiert die Kommune mit: Duisburg liegt bei den Gebühren bundesweit im Mittelfeld. Erstanträge für Außengastronomie sind in Duisburg deutlich teuerer als beispielsweise in Essen und Düsseldorf.

Sobald die Außentemperaturen es zulassen, wie am vergangenen Wochenende, und die Menschen ihren Kaffee, ihr Bier oder ihr Essen unter freiem Himmel genießen, sitzt stets ein unsichtbarer Gast am Tisch, der mit abkassiert: die Kommune. Und das nicht zu knapp, wie eine aktuelle Studie des Leipziger Reiseveranstalters „ab-in-den-urlaub“ zeigt. Danach müssen die Gastronomen in den 117 untersuchten Städten, die zu den größten Deutschlands gehören, pro Jahr insgesamt 16 Millionen Euro für die Aufstellung von Tischen und Stühlen an die Gemeinden berappen.

Geld, das sie erstmal einnehmen müssen – und zwar von den Gästen. Laut Rechnung der Studie müssen in Deutschland pro Restaurant oder Café die Gastronomen im Schnitt monatlich bis zu 112 Tassen Kaffee zusätzlich für je 2,30 Euro oder circa 122 Gläser Bier (0,3 Liter) zum Preis von je 2,10 Euro verkaufen, um die Gebühren für den Außenbetrieb, der als Sondernutzung gilt, zu decken. Dabei kommt es allerdings darauf an, in welcher Stadt die Außengastronomie beantragt wird, denn die Quadratmeterpreise und die Antragsgebühren unterscheiden sich zum Teil enorm voneinander.

Erstanträge in Duisburg laut Studie zu teuer

Während die Gastwirte in Hannover die Spitzensumme von 12,84 Euro pro Quadratmeter entrichten müssen, verlangt Wuppertal immerhin noch den stolzen Preis von 9,70 Euro und ist damit Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen. Duisburg liegt mit seinen 4 Euro/qm im Mittelfeld. Allerdings sind in der Studie nur die Innenstadtlagen berücksichtigt. In Duisburg werden die sogenannten Sondernutzungsbereiche in drei Zonen eingeteilt. Die 4 Euro gelten nur in Zone 1. In Zone 2, zu der etwa der Kometenplatz in Walsum gehört, oder der Altmarkt in Hamborn, kostet der Quadratmeter Außengastro nur noch zwei Euro. In Zone 3 (alle nicht zu 1 und 2 gehörige Straßen und Plätze) wird’s mit einem Euro recht preiswert.

Als zu teuer gilt laut Studie die Gebühr, die Duisburg für den Erstantrag verlangt. 80 Euro schlagen da zu Buche. Das ist aber weit von den 500 Euro entfernt, die Köln haben will, der Spitzenreiter im Gesamtfeld. Richtig preiswert zeigt sich hier hingegen – man staune – Düsseldorf mit 26,50 Euro für den Erstantrag. Essen ist immerhin um die Hälfte billiger als Duisburg (40 Euro). Bei den Folgeanträgen klettert Duisburg in der Gruppe der teuersten noch um einige Plätze nach oben. Der kostet immer noch 80 Euro, während Köln die Gebühr um 100 auf 400 Euro senkt. Essen verzichtet beim Folgeantrag ganz auf die Gebühr.

Draußen gibt’s in Duisburg nur Kännchen

Was die einzelnen Kommunen durch ihre Gebühren für die Außengastro einnehmen, konnte nur etwa ein Drittel aller in der Studie berücksichtigten Städte beziffern. Düsseldorf etwa kommt auf 1 Million, Köln auf 523.000 Euro. In Duisburg waren auf Nachfrage bei der Stadt keine konkreten Zahlen erhältlich, denn hier fließen alle Einnahmen durch Sondernutzungsrechte in einen Topf. Dazu gehören Gelder für Baustelleneinrichtungen ebenso wie für den Aufbau von Tanz- und Bierzelten, oder so illustre Einnahmequellen wie Verkauf von Weihnachtsbäumen sowie das Kleben von Wahlplakaten und das Aufstellen von Briefmarkenautomaten. Somit ist nicht genau zu erkunden, was die Kommune durch die Nutzungsrechte für Außengastronomie tatsächlich einnimmt.

Vielleicht sind die Gebühren ja der Grund für das eigenartige Gesetz der Außengastro: Draußen gibt’s nur Kännchen! So kommen die zusätzlichen 112 Tassen Kaffee pro Monat schneller zusammen.