Stadt Duisburg bittet Wildpinkler mit 40 Euro zur Kasse

Das kann teuer werden: Wildpinkeln kostet in Duisburg 40 Euro Strafe.
Das kann teuer werden: Wildpinkeln kostet in Duisburg 40 Euro Strafe.
Foto: WAZ
Wer beim "Wildpinkeln" in der Öffentlichkeit erwischt wird, muss in Duisburg 40 Euro zahlen. Eine Warnung, die vor allem jetzt zur Karnevalszeit gilt.

Duisburg.. Wer es im bevorstehenden Straßenkarneval nach ein paar Bierchen nicht mehr bis zur nächsten Toilette schafft und sich in der Öffentlichkeit „erleichtert“, macht im wahrsten Sinne des Wortes kein gutes Geschäft. Denn Wildpinkler müssen in Duisburg tief in die Tasche greifen und 40 Euro Verwarnungsgeld berappen.

Mit einer solchen Geldbuße steht die Stadt allerdings nicht alleine da: Vielerorts stinkt den Kommunen die „öffentliche Verrichtung der Notdurft“ – wie es so schön im Behördendeutsch heißt – und sie verhängen saftige Strafen. Etwa in umliegenden Städten wie Essen: Dort zahlen Menschen 50 Euro, wenn es bei ihnen zu flüssig lief. In Oberhausen sind es 35 Euro, auch in Düsseldorf kostet die Blasenschwäche 35 Euro. In Köln werden sogar bis zu 200 Euro fällig.

Wer auf frischer Tat erwischt wird, ist dran

Insgesamt ist die Notdurft im öffentlichen Raum aber kein schwerwiegendes Phänomen in Duisburg, wie Stadtsprecherin Jennifer Gräfe sagt: „Es gibt im Stadtgebiet keine besonderen Bereiche, an denen schwerpunktmäßig kontrolliert wird. Allerdings zeigt sich natürlich, dass im Rahmen von Straßenkarnevalsveranstaltungen verstärkt Verstöße gegen die Sicherheits- und Ordnungsverordnung festgestellt und geahndet werden“, sagt sie. So seien im letzten Jahr während der Jecken-Zeit 43 Verwarnungsgeldverfahren wegen „öffentlicher Verrichtung der Notdurft“ eingeleitet worden.

Wie hoch die Zahl der Verstöße für das gesamte Stadtgebiet in 2014 war, lässt sich allerdings nicht sagen. „Das erfassen wir statistisch nicht“, sagt Jennifer Gräfe und ergänzt: „Die Wildpinkler stellen jedoch aufs Jahr gesehen kein großes Problem dar.“ So hielten die Mitarbeiter des Bürger- und Ordnungsamtes auch nicht „gezielt“ nach Menschen Ausschau, die sich etwa im Park in die Büsche schlagen. Doch wer auf frischer Tat erwischt wird, ist halt dran.

In manchen Fällen kann es auch teurer als die 40 Euro Verwarnungsgeld werden: „Wenn besonders schwerwiegende Tatbestandsmerkmale hinzukommen wie beispielsweise die Verrichtung der Notdurft vor einer Schaufensterscheibe, wird ein Bußgeldverfahren gegen den Betroffenen beziehungsweise die Betroffene eingeleitet“, sagt die Stadtsprecherin. Geregelt ist das Ganze übrigens in § 2 der „Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet Duisburg“.

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