Spielcasino im City Palais Duisburg ist im Brandfall sicher

Willi Mohrs
Brandsimulation im Casino im „City-Palais“.
Brandsimulation im Casino im „City-Palais“.
Im Gegensatz zur Mercatorhalle nebenan ist in Sachen Brandschutz beim Spielcasino im City Palais alles in bester Ordnung. Nach Bekanntwerden der Brandschutzmängel in der Mercatorhalle spürte auch das Casino. Deshalb simulierten Fachleute ein Feuer und testeten alle Sicherheitseinrichrungen.

Duisburg. Dichter Rauch waberte über Spieltische und Automaten hinweg – Katastrophe im Casino? Eher das Gegenteil: 40.000 Euro hat die Spielbank in eine Untersuchung des Brandschutzes gesteckt. Das Testat verkündete am Montag David Schnabel, Sprecher der Westdeutschen Spielbanken: „Für Mitarbeiter und Gäste besteht keine Gefahr.“

Grund für die Untersuchungen, die in einer Juni-Nacht durchgeführt wurden, war die Entdeckung schwerer Brandschutzmängel, die beim Nachbarn im „City-Palais“, der Mercatorhalle, zur Schließung geführt hatten. Gerade außerhalb Duisburgs habe das für Verunsicherung unter Casino-Besuchern geführt, ein Gästerückgang sei spürbar gewesen, erklärte Spielbank-Direktor Jochen Braun.

Wege nach draußen bleiben qualmfrei

„Wir stellen ein Schadensfeuer nach“, beschrieb Gutachter Bernd Konrath das Vorgehen bei der Brandschutzüberprüfung. Dabei geht es vor allem um die Sicherstellung der Fluchtwege, die nicht durch Rauch unpassierbar sein dürfen. Ein Video vom nächtlichen Großversuch belegt: Rauch zieht an die Decke, dann ab.

Die Wege nach draußen bleiben auch nach 20 Minuten noch weitgehend qualmfrei – mehr als im ernstlichen Notfall nötig wären. Denn mit Evakuierungen hat man im Casino schon Erfahrungen – bisher aber nur infolge blinden Alarms. Unter fünf Minuten habe man gebraucht, um alle Besucher nach draußen zu bringen, berichtete Braun.

„Feuer ist nicht überall, aber der Rauch ist sehr schnell und sehr schnell überall“, so Konrath zur Entstehung gefährlicher Situationen bei einem Brand. Und zum Test: „Wir sind, was die Rauchmengen angeht, nicht gerade zimperlich vorgegangen.“ Simuliert wurde sogar der schlimmste Fall, nämlich Ausfall der Sprinkleranlage, die im Normalfall kurz nach der Branderkennung anspringt.

Unabhängig vom restlichen Gebäude

Automatisch reagieren auch Brandmelder, Rauchgasabsaugung, Frischluftzufuhr, Öffnung der Fluchttüren, Abschaltung der Klimaanlage, auch sind die Casino-Mitarbeiter auf den Ernstfall geschult. Konradts Zusammenfassung von Versuch und Auswertung: „Die Personensicherheit ist gewährleistet.“ Und zwar im Casino wie auch im Restaurant „Inside“.

Bleibt die spannende Frage: Wie kann es sein, dass in einem Gebäude wie dem „City-Palais“ offenbar zwei Sicherheitsstandards anzutreffen sind, in der Mercatorhalle mangelhaft, in der Spielbank nun nachweislich gut?

Man habe bei Bau des Gebäudekomplexes einen „veredelten Rohbau“ übernommen, antwortete Braun. Der Innenausbau sei dann in der Regie von Westspiel erfolgt. Es sei bei größeren Bauvorhaben durchaus üblich, dass der Mieter solche Arbeiten übernimmt. erläuterte Stefan Bielig, Bereichsleiter Bauwesen bei der Casino-Gesellschaft Westspiel. Die Folge: Duisburgs Spielbank ist im „City-Palais“ ein eigener „Brandabschnitt“ mit eigenen Rettungswegen und unabhängig vom restlichen Gebäude, also auch von der Mercatorhalle.